..auf besonderen Wunsch eine Liste der Dinge, die ich im Laufe der Jahre für mich als wichtig herausgefunden habe. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit...
Stoffmarkt ist meist zwei Mal jährlich, teilweise auch drei oder vier Mal, je nach Stadt. Die Termine findest du im Netz. Im Grunde genommen sind es Händler, die das Jahr über von Stadt zu Stadt tingeln. Viele sind aus den Niederlanden, aber es werden auch immer mehr Deutsche und teilweise wirst du sogar einen kleinen Stand deines regionalen Stoffgeschäftes finden. Allgemein ist mein subjektives Empfinden, dass die Qualität und das Preis-Leistungs-Verhältnis in den letzten Jahren doch recht nachgelassen haben. Trotzdem kann sich ein Besuch lohnen.
Wenn du in Grenznähe lebst, kann es sich für dich auch lohnen, den Hüpfer in die Niederlande zu machen. In vielen größeren Städten findet jede Woche an festgelegten Tagen ein Stoffmarkt statt. Google einfach mal nach der Stadt, die am dichtesten zu dir liegt. Jetzt zu Weihnachten solltest du aber nicht fahren, um Weihnachtsstoffe zu kaufen, von denen ist meist fast nichts zu finden.
Du hast einen Stoffmarkt ausgesucht, vielleicht noch eine Freundin gefunden, die mit möchte, und es soll bald los gehen. Toll. Aber fahr nicht einfach so los. Was du im Vorfeld erledigen solltest:
-Such dir einen Babysitter. Und jemanden, der den Hund nimmt. Mit Kindern, Hunden und Kinderwagen auf dem Stoffmarkt unterwegs zu sein, ist kein Vergnügen. Es wird voll. Sehr voll. Und du kannst nicht in Ruhe gucken, wenn neben dran immer jemand drängelt. Wenn du etwas weiter fahren musst, nimm Mann und Kinder doch mit, oft sind die Märkte ja an Sonntagen; vielleicht gibt es in der Stadt einen Zoo oder ein tolles Museum, dann haben alle etwas davon.
-Überleg dir ganz genau, was du kaufen willst. Kauf unbedingt projektbezogen ein, sonst hast du die nächsten Jahre bergeweise Stoff rumliegen, der zwar schön aussieht, für den dir aber partout keine Verwendung einfallen will.
-Schreib dir eine Liste. Am Besten sehr übersichtlich und sehr ausführlich. Du wirst vermutlich überfordert sein mit dem Angebot und sonst die Hälfte vergessen.
-Geh in deinen Stoffladen vor Ort oder ins Netz und schau nach, was das, was du haben möchtest, dort kostet. Versuch, dir ein Bild von der Qualität zu machen, die du für das Geld bekommst. Schreib die Preise neben deine Liste und ggf. eine Notiz wie "basis" oder "hochwertig".
Stoffmarkttag!! Fahr nicht zu spät los, kurz vor Schluß bauen in der Regel alle schon ab. Such dir vorher Parkplätze in der Umgebung heraus; in der Regel sind Parkplätze knapp und gerade, wenn man ortsfremd ist, sucht man sonst ewig. Zu manchen Märkten kommt man auch super mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Dann sollte man darüber nachdenken, einen Einkaufstrolley mitzunehmen, um nicht alles schleppen zu müssen.
Zieh' dich nicht zu kalt an und ganz wichtig, zieh Regenkleidung an. Es regnet immer. Immer. Immer, glaub mir! Lass den Regenschirm zu Hause, das ist unpraktisch; du wirst höchstens irgendwem ein Auge ausstechen.
Setz' dir ein Limit. Ich mache das so, dass ich das Geld, was ich ausgeben möchte, bar mitnehme und die EC-Karte ganz zu Hause lasse. Andere nehmen sie mit, um im "Notfall" doch noch bezahlen zu können, wenn sie DER Stoff anspringt. Denk daran, dass es ein Markt unter freiem Himmel ist- du kannst zwar an einigen Ständen mit Karte zahlen, aber eben nicht überall. Außerdem verlierst du bei Kartenzahlung extrem schnell den Überblick, wieviel du ausgegeben hast. Das geht auf dem Stoffmarkt ratzfatz.
Wenn du auf den Markt kommst, kauf nicht sofort drauf los. Mach eine Runde und verschaff dir einen Überblick. Was gibt es wo, was kostet wo wieviel, welche Qualität wird angeboten? Sei ruhig kritisch. Nur, weil es Stoffmarkt ist, heißt es nicht, dass alles ein Schnäppchen ist. Manches ist überteuert oder sein Geld nicht wert. Versuch, neutral zu bleiben und es dann nicht zu kaufen. Als Orientierung hast du ja deine Liste mit den Preisen.
Du hast einen schönen Stoff gefunden und dich bis zum Verkäufer durchgewühlt. Super. Kontrollier den Stoff genau. Oft wird B-Ware verkauft, und nichts ist ärgerlicher, als eine Laufmasche oder ein Loch mitten drin. Wenn für dich geschnitten wird, lass dich nicht ablenken. (Noch ein Grund, Kinder und Mann zu Hause zu lassen, die brüllen immer genau DANN.) Die Händler mögen es nicht, wenn du noch ewig überlegen musst, dass soll zackig gehen. Nimm deine Stoffballen, überlege dir, wieviel du willst, und überschlage grob im Kopf, was es kostet. Die Händler rechnen auch im Kopf zusammen und in all dem Stress sind Rechenfehler schnell passiert.
Sieh dem Händler zu, wenn er schneidet!!! Manche schneiden hinter dem Stand, wo man kaum etwas sieht. Augen auf! Nichts ist ärgerlicher, als wenn sich 3m zu Hause als nur 2,5m herausstellen. Abgesehen vom Geld fehlen dir eventuell die entscheidenden 50cm für dein Projekt, die du vor Ort nirgends bekommst. Du musst wirklich darauf achten, ich habe jetzt schon von soooo vielen gehört, die man betuppt hat; mir selbst ist es auch schon passiert und ich bin da sehr vorsichtig geworden.
Und danach: nach Hause fahren, Stöffchen streicheln, freuen.
Ich hoffe, das hilft dir ein wenig. Du hast noch mehr Tips? Dann schreib sie doch in die Kommentare.
Viel Spaß auf eurem ersten Stoffmarkt.