Freitag, 29. August 2008

das war der August

Der Juli endete unschön. Der August begann dafür umso schöner. Nämlich mit einem Ausflug. Eine Freundin hatte mich eingeladen sie zu besuchen. Die Anreise erfolgte mit einem 2-Tage-Zwischenstopp bei meinem Bruder im Odenwald. Ihn, seine Frau und meine vier Nichten sehe ich eh viel zu selten.

Das eigentliche Ziel war das Westende des Bodensees. Es folgten ein paar Tage Auszeit, die mir nach dem vergangenen Erlebten sehr gut taten und vorkamen wie drei Wochen Urlaub. Allein schon der Empfang mit dem Schild an der Strasse - herrlich.
Meine Freundin hatte ein tolles Programm ausgedacht. Wir besuchten wunderschöne Gärten. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch sehenswerte Landschaften, die Lust auf mehr machten. Zuerst durch den Schwarzwald Richtung Freiburg.
Als nächstes wieder retour, am Titisee vorbei in die Höhenlagen des Schwarzwaldes. Hier hatten sich meine Freundin und die Gartengastgeberin eine besondere Überraschung erdacht. Zum selben Zeitpunkt war eine andere Gartenfreundin in der Gegend zu Besuch und wir trafen uns "gaaaanz zufällig" dort. Ich war so überrascht, dass ich mich gar nicht recht bedankt hatte dafür.
Und zum Abschluss des Tages ein weiterer Schwarzwaldgarten auf knapp 1000 Meter Höhe.
Das war noch nicht alles. Am nächsten Tag ging es weiter. Ein besonderer Garten, vorne Exotik, hinten ein riesiger Gemüsegarten in einem großen parkähnlichen Gelände am Rande des Naturschutzgebietes auf der Bodenseehalbinsel Höri.
Bis in die Schweiz führte unser Weg. Hier in Mammern wurde ein alter Bahnhof restauriert und der Garten wundervoll angelegt. Noch zwei weitere Stationen wurden angefahren, einen Bummel durch die schöne Stadt Stein am Rhein haben wir gemacht. Und dann waren die herrlichen Tage schon vorbei und ich musste zurück nach Hause.Dort hat mich, gleich am nächsten Tag, die Realität in Form von Gemüse ernten eingeholt. Aber kein Problem. Da ich ja noch Urlaub hatte, konnte ich dies in aller Ruhe erledigen. Für was sonst hat man wohl Urlaub???
Und natürlich wartete so manche Baustelle auf die Fertigstellung. Beeterweiterungen. Pflasterarbeiten. Staudenteilen und eingraben. Noch mehr Gemüse ernten und verarbeiten.
Aber in all der Arbeit vergesse ich nicht zu geniessen. Diese Ecke der Terrasse zum Beispiel. Verschiedene Pelargonien, z.B. die wunderhübsche Lord Bute, der blühende Oleander. Der Rosmarin ist dieses Jahr viel gewachsen und kann reichlich beerntet werden.
Einer der vielen Stürme der letzten Zeit hat beim Gartenhaus drei Pappeln gefällt. Sie lagen verkeilt übereinander, teils entwurzelt, teils nur gekippt. Drum ließen wir einen Bekannten kommen, der als Forstarbeiter in solchen Sachen ein Fachmann ist. Sicher ist sicher! Ganz schnell waren die großen Bäume klein.
Diese Hosta, Fire Island, liebe ich sehr. Im Austrieb ist sie sehr gelb und sieht fast krank aus. So manche, die sich deshalb im Frühjahr vom Kauf abschrecken ließ, ärgert sich heute drüber.
Monarden liebe ich auch sehr. Diese Irokesenfrisur hat schon was. Ich vermisse allerdings die roten, hmm..., wo sind sie bloss? Ob sie von anderen Stauden erdrückt wurden? Ich muss suchen.
Noch eine Baustelle. Wo hier noch Maiglöckchen wachsen, soll eine riesengroße geschenkte Hosta eingepflanzt werden. Wer schon mal Maiglöckchen gerodet hat, weiß was für eine Plagerei das ist. So schön sie sind - sie wuchern wie die Pest. Na, wo schaut Luna so kritisch hin? Ach ja, der Herr Nachbar ist zu Besuch. Luna mag ihn nicht, es gibt immer Zoff, wenn die beiden aufeinander treffen.
Leider ist dieser Teich nicht bei mir im Garten. Es war einmal wieder Forumstreffen. Das ist immer sehr lustig, wir alle kennen uns schon ein paar Jahre. Immer wieder kommen Neue dazu, das ist toll. Reihum finden die Treffen statt. Die Gastgeber braucht nur für Sitzgelegenheiten und Getränke zu sorgen, alles andere bringen wir Gäste mit. Es wird gespeist, geschwatzt, gelacht, der Garten besichtigt, Pflanzen getauscht und dann gehts wieder heim.
Sedum Matrona zieht das Herbstkleid an. Viel zu früh - viel zu früh. Es war doch noch gar nicht richtig Sommer!
"Dies und das" beim Gartenhaus. Es haben sich unter der Saison viele Töpfe angesammelt. Wo sollen die Sachen denn alle hin??? Hiiilfe, mein Garten ist zu klein.
Diese Stelle gefällt mir ausgesprochen gut.Leider ist sie das hintere Ende des Beetes, wo man schlecht und zudem äußerst selten hinkommt, denn es ist gleichzeitig an der Hecke, die die Grenze zum Nachbarn markiert. Mir gefällt die Zusammenstellung der verschiedenen Blattstrukturen, da braucht es gar keine bunten Blüten.

Hostasammlung in der Zinkwanne auf der Terrasse. Immer fein im Blickfeld.
Mittlerweile sind meine Urlaubstage gezählt, die erste Arbeitswoche liegt schon hinter mir. GG hat noch ein paar Tage. Das Wetter passt. Also die Wanderschuhe angeschnürt, den Rucksack mit einer kleinen Vesper gepackt und ab in die Natur. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah!? Wir haben unsere Dörfer umrundet. Viereinhalb Stunden waren wir unterwegs und bekamen zum Ende noch eine kräftige Dusche ab. Nun blüht die "Matrona".Die Hosta oben in der Mitte ist Golden Standard. Sie wächst relativ sonnig, dort verfärben sich ihre Blätter wunderbar.
Mein Mann war auch fleißig. Letztes Jahr haben wir die Außenfassade des Hauses renoviert. Rundherum sind nun noch weitere Arbeiten zu erledigen. Der Hang hinterm Haus rutscht ab. Irgendwie muss er abgefangen werden. Das hier ist Teil 1 dieser Story. Wie es weitergeht, weiß noch niemand.
Der Herbst ist unverkennbar nah. Geranium nodosum ist immer eines der ersten, dass sich färbt. Wie genial es ist. Bunte Blätter, immer noch viele weitere Blüten und Knospen und gleichzeitig die Samenbildung. So, das war der August. Zwar sind es noch ein paar Tage, bis das nächste Kalenderblatt kommt. Aber wir verreisen ein paar Tage, auf Städtetour.
Das ist aber eine andere Geschichte. Ebenso wie die tollen Erlebnisse der Gartenreise am Monatsanfang. Diese ausführlich zu erzählen hebe ich auf für den Winter, wenn alles so trüb und farblos ist.
Habt ein schönes Wochenende, geniesst es bei - hoffentlich - sonnigem Spätsommer-Sonnenwetter.

Mittwoch, 27. August 2008

das muss ich euch unbedingt zeigen ...

Ach, ich muss euch unbedingt etwas zeigen. Ich bin so fasziniert. Die Austin-Rosen sind ja dafür bekannt, dass sie zum Ende des Sommers nochmal alles geben. Graham Thomas blüht momentan wieder, ... das ist eine wahre Pracht. Ich stehe staunend und sprachlos davor. Schade, dass man den Duft noch nicht einbinden kann, das wäre was.
Derzeit sind 25 Blüten geöffnet, zahlreiche Knospen entfalten sich nach und nach in den kommenden Tagen. Das ganz an gerade mal zwei Zweigen. Phänomenal. Wie gut, dass der Obelisk neben der Rose steht. So kann sich die ganze Pracht dort anlehnen. Wenn sich dann jetzt ganz bald noch die pinken Astern zwischen die Blüten schieben - na das wird ein Bild werden. Wahrscheinlich komme ich dann gar nimmer aus dem Garten raus.






Das hier will ich euch nicht vorenthalten. Anemona japonica, sie blüht im Vorgarten direkt vor der Haustür. Ich mag die Blüten und auch die puscheligen Samenstände Diese Hosta bekam ich von einer lieben Freundin geschenkt. Sie wurde, aus ihrem Riesenpott befreit, vom Spessart in den Taunus gegondelt und von dort aus zu mir nach Hessisch-Sibirien, wie ich immer sage. Am nächsten Tag hier eingebuddelt, immer gut gegossen und betüttelt, so stehen nach nun zwei Wochen die Blätter immer noch wie eine Eins. Die Spenderin wird stolz auf mich sein. Ich erwähne sie nicht namentlich, ich weiß nicht, ob sie das mag. Also nochmals tausend Dank!! Noch eine geschenkte Hosta. Royal Standard. Diverse Hagelschauer haben die Blätter auf dem Gewissen. Sie wächst schnell, momentan noch im Topf, blüht jetzt weiß und duftet herrlich. Sie erhellt die im Frühjahr geschaffene Stelle, an der vorher eine megahohe und alte Thuja wuchs.
So, das wars für heute. Nun ist der August auch soweit rum. Am Wochenende mache ich mit GG eine Tour durch die thüringische Landeshauptstadt. Ich werde hier sicher davon berichten.

Sonntag, 24. August 2008

Sonnige Momente

Heute hatten wir noch einmal sonnige Momente. Ich bin mit der Digi in der Hand durch den Garten spaziert und euch ein paar Bilder mitgebracht. Viel Spass beim Anschauen.

Freitag, 22. August 2008

Wanderung

Holz ... wohin man schaut. Ein seit langer Zeit vorherrschendes Thema in unseren Dörfern. Überall, nicht nur in unserer Gemeinde, liegt das Holz in riesigen Haufen. Nicht weil die Gemeinde das so plant und tut. Nein, es sind immer noch die Überreste des verheerenden Sturmes "Kyrill" im Januar 2007. Nein, es ist kein Schreibfehler, es ist tatsächlich vom letzten Jahr. Da ist in ein paar Stunden der Holzeinschlag von 15 Jahren gekippt. Es sieht wirklich schlimm aus und man muss aufpassen, dass man sich nicht verläuft. Denn plötzlich sind bekannte, vertraute Wege nicht mehr zu erkennen.
Aber das soll ja eigentlich nicht das Hauptthema heute sein. Zum eigentlichen: Ein Wandertag ist geplant, der "richtige" Weg muss gefunden und bestimmt werden. Drum sind mein Mann und ich heute los marschiert, um die längere geplante Strecke abzulaufen. Insgesamt sind es 16 Kilometer. Also los ...
Startpunkt ist bei unserer Schutzhütte. Durch einen kleinen Wald führt der Weg, dann sieht man schon den ersten der drei Ortsteile. Blauer Himmel, wenig Wolken, es ist nicht zu warm. Was will man mehr, so machts Spass.

Und schon ist der erste, moderate Anstieg geschafft. Weit in der Ferne, der hoch oben liegende Ort gehört bereits zur Nachbargemeinde.

Immer weiter leicht bergan sind wir nun auf dem ersten Höhenpunkt angelangt. Ihr seht, auch hier stapelweise Holz, das auf den Abtransport wartet.

"Kyrill" war wirklich sehr verheerend. Aber er hat neue, wunderschöne Aussichten erschaffen. Dieses Panorama war früher vom tiefen Wald verdeckt. Keine Chance durchzusehen.

Ebenso die drei folgenden Ortschaften. Auch sie blieben bis dato quasi unsichtbar. In diesem Ort hier wohne ich seit fast drei Jahrzehnten.
Und in diesem Ort bin ich geboren. Wenn auch viele Bäume umgestürzt sind, ganze Wälder verschwunden sind, wir haben noch immer reichlich Wald. Immerhin wohnen wir in einer der waldreichsten Gegenden von ganz Deutschland!

Vor uns im Tal die Bachaue. Regelmäßig im Frühjahr sind die Wiesen überschwemmt. Dort "Im Grund" ist fruchtbares Wiesen- und Weideland. Wohl dem Bauern, der dort früher seine Wiesen hatte. Der brauchte sich keine Sorgen zu machen, ob das Heu wohl für den Winter reicht.
Da müssen wir rauf, bis zum Wald hoch. Na denn, auf! Keine Müdigkeit vortäuschen .. bzw. anmerken lassen.
Wir schauen dem Schäferhund ein wenig bei der Arbeit zu. Sehr interessant ist das. Nur ein klitzekleines Zeichen vom Schäfer, und schon weiß das Tier was zu tun ist. Na ja, ich geb's ja zu. In Wirklichkeit waren wir froh, auf halber Strecke eine Pause einlegen zu können. Immerhin hatten wir hier schon zweieinhalb Stunden und 10 Kilometer unter den Sohlen.
Oben angekommen gibts die erste wohlverdiente Pause. Der Magen knurrt. Die Kehle ist wie ausgedörrt. Beim Vespern lassen wir den Blick ins Nachbartal schweifen. Der Himmel bedeckt sich immer mehr. Nochmal mein Heimatdorf. Auf der gegenüber liegenden Seite, gaaanz da hinten, das war die erste Etappe von heute.
Früher war hier alles dichter dunkler Nadelwald. Wirklich. Unglaublich, oder?! Wir Einheimischen könnens auch kaum glauben. Erstaunlich, wie schnell sich die Natur erholt und alles bewachsen lässt.Wie ihr wisst, wächst unter Nadelbäumen nichts. Und wie hübsch es nun ist. Das könnte kein Mensch so arangieren.
Hier kann man in etwa das Ausmaß der Sturmkatastrophe erahnen. Um es zu erfassen, muss man es sehen. Mitten drin stehen.
Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera) http://de.wikipedia.org/wiki/Dr%C3%BCsiges_Springkraut Die meisten werden es kennen. Ich kann nicht verstehen, dass es achtlos wachsen darf wie und wo es will. Ich habe meinem Mann während dem Marsch einen ausführlichen Vortrag darüber gehalten. Ich hoffe, er als Gemeindepolitiker lässt an der richtigen Stelle entsprechende Bemerkungen fallen.
Nun aber hoppla. Gut vier Stunden sind wir nun unterwegs. Das Ziel ist schon fast vor unseren Augen. Ich denke, es wird höchste Zeit. In der Ferne donnert es schon.
Noch ein letzter Blick in die weite Ferne. Etwa 30 Kilometer reicht die Sicht. Nur grade jetzt ist es zu trübe. Die letzten Berge am Horizont sind nicht mehr zu erkennen. Nun müssen wir noch einmal ins Tal hinunter, die Straße queren und den Berg hinauf. Dort steht unser Auto.

Ihr habt euch sicher schon gedacht. Wir sind nass geworden. Richtig nass, bis auf die Unterhosen. Bäh, war das ecklig. Dabei ein kräftiger frischer Wind. Zum Glück hatten wir da nur noch 10 Minuten Weg vor uns. Ab ins Auto und nach Hause, gleich unter die Dusche. Jetzt sind wir müde. Die Beine sind schwer. Feierabend für heute.

Ein schönes Wochenende wünsche ich euch allen!