Lieber Herr Frühling!
Wie Sie ja bekanntlich schon erfahren haben, ist Ihre Zeit auf dem Kalender nun gekommen und wir haben bereits - jeder auf seine Art - versucht Sie herbei zu locken, nun aber reißt mir der Geduldsfaden. Sie sollten sich was schämen - die arme Frühblüher und die enttäuschten Frühlingsgefühle - was wird aus denen? Darüber sollte Sie sich Gedanken machen. Ich habe hiermit meinen Protest Ihnen gegenüber kundgetan. Seien Sie sicher - Fortsetzung folgt, wenn Sie nicht augenblicklich diese vollen grauen und nasskalten - stürmischen Regenwolken auf der Stelle verschwinden lassen.
Bitte kommen Sie zur Vernunft!
Ich erwarte eine freundliche Geste - bzw. beginnen Sie endlich mit Ihren Pflichten, an die ich Sie hiermit höflich erinnern darf.
In der Hoffnung auf gute "Besserung" Ihrerseits.
Ihre Monsterbacke Aiko

____________________________________________
Meine Gedanken am letzten Wochenende!
Sowas - ich bin total fertig - vielleicht bin ich so gar ein wenig beleidigt - auf alle "Felle" mir war ganz schön mulmig zumute.
Frage: Wann, warum und wieso?
Es begann harmlos - wie immer großer Freudentanz um Herrchen herum, wenn er an der Flurtreppe zur Leine greift. Diese Handbewegung ist es, der ich entgegensehne. Okay - nicht immer - denn draussen so unter dem Dach der Einfahrt oder im Garten unten - da kriege ich das nicht mit, doch sobald ich die Gräuschkulisse - Kellertüre auf, festes Schuhwerk anziehen, Griff zur Leine bemerke, geht bei mir die Post tatsächlich per Eilboten ab. Niemand könnte mich in dieser Situation mit dem noch so leckersten Leckerchen ablenken. Nöööööööööö - keine Chance - das ist der Glücksmoment schlechthin.
Freude - sich freuen, gemeinsame Freude - ist alles gut und schön, doch was macht die Sache so fantastisch?
Na - zunächst tickt meine innere Uhr, die mir regelmäßig ankündigt: Die "Wanne ist voll" - und das weiß Herrchen natürlich auch.
Darüber hinaus die Tatsache, dass uns Bewegung gut tut, er in seinem Alter muss ne Menge Meter laufen, damit sich in den Knochen kein Rost ansetzt. Ich - tja - ich bin an herrlich langen Pippikakkateitaläufchen sowas von interessiert, denn ich lese für mein Leben gerne Zeitungen und habe so meine ganz persönliche Lust und Wonne an einigen vierbeinigen Schönheiten.
Ob nun zum Spiel oder zum gegenseitigen - ganz zwanglosem Kennelernen oder auch zum Toben und Rennen.
Aber halt - zunächst muss ich wieder auf mein eigentliches Thema zurückkommen.
Rauf - rüber - runter - rauf - rüber - runter - wozu das ganze Theater????
Fortsetzung folgt. Frauchen muss jetzt erst einmal - ohjeeeeeeeeee - zum Zahnarzt - !
___________________________________________
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja - beim rauf - rüber - usw....
Wozu gehe ich in die Hundeschule? Damit ich lerne! Was lerne ich? Gutes Benehmen und Selbstsicherheit. So gesehen werde ich dort u.a. auch stark gemacht - für das Leben mit Zweibeinern, mit Vierbeinern und ich lerne den Umgang bzw. erfahre meine Reaktionen bei verschiedenen Geräuschen, trainiere an speziellen Hundeparcours meine Geschicklichkeit - aber auch mein allgemeines Reaktionsvermögen.
Der gemeine Hovi ist stur - der Hovi als solcher ist ein sehr aufmerksamer Begleiter und ich - ich - kann so stur sein - also wie ein Denkmal aus Stein. Jawohl - so stur!
Aiko die Monsterbacke - ich gebe zu - nicht ganz umsonst habe ich diese Sturheit - so sind mir manche Situationen eben von vorne herein nicht "geheuer". Ich verteidige mein Revier, mein Rudel, ich renne und laufe über Stock und Stein, kein Dreckhaufen ist vor mir sicher und selbst Bäche, kleine Flüsse und Seen sind mir willkommen - aber wenn ich stur sein möchte, dann bin ich es mit Leib und Seele - also ganz.
Nun denke ich über ein typisches stures Verhalten von mir nach. Fahre mit Herrchen an den Rhein - wie immer - große Freude, viele Kumpels - ob an Fahrradleinen, zu Fuß - online - kein Problem kostenlos dazu gute - sehr gute frische Nachrichten überall an den Bäumen und Büschen. Meine besagte Wanne war nach einer halben Stunde ziemlich leer und dann sollte ich so mirnixdirnix auf eine monströse - lärmende weißgraue Kist, die vorne und hinten offen war und im Wasser lag - da sollte ich rauf - ohhhhhhhhhh - wie peinlich - ich sollte - aber ich wollte nicht.
Nein - ohne mich - weder mit - noch ohne gute Worte - nein und nochmal nein, absolute Flachaufbauchlage - das war´s wohl - oder?
Herrchen gab mir Kommandos - ich schaltete auf stur - Leckerchen - keine Wirkung - dann oh Wunder zufällig ein kleiner Fiffi direkt hinter mir und dann rasch vor mir und dann war der da, wo ich noch hin sollte - rauf auf die Fähre. Wobei ich gar nicht abgeneigt war, diesem Fiffi zufolgen - so einem Winzling wollte ich auch zeigen, dass ich ......... schitttttenbooooom - dennoch - es hat mich Überwindung gekostet - aber ich war jetzt mit an Bord sozusagen Bootsmann auf dem Rhein. Jetzt gings ab und rüber auf die andere Seite. Merkwürdig waren die Geräusche und es zog fürchterlich - nach ganz kurzer Zeit mussten wir alle wieder runter und das ging - für mich jedenfalls recht gut - Erleichterung oder sowas ähnliches stellte sich sofort ein. Keine Spur von stur an mir.
Wir machten einen langen Spaziergang - mir kamen ganz neue und auch seltsame Düfte dabei in die Nase - gute Übung dachte ich - so als fleissiger und passionierter Fährtenschnüffler.
Ich vergaß alles um mich herum als dann auch noch eine wunderschöne Hovidame - "echt" blond - traumhaft - lebendig und so sanft wedelnd - auf uns zu kam. (Frauchen meinte, dass läge an meiner Mamma Betty, dass ich so sehr auf blonde Mädels stehe - von wegen der frühhundlichen Prägung).
Leider - leider keine Diggi dabei - glaubt mir bitte - sie war einfach nur zum verlieben schön - doch sie - sie hatte gar keine Lust auf rauf - rüber - runter - obwohl - versucht habe ich es schon - rein spielerisch und das hat auch schon ganz viel Freude gemacht. Der sanften blonden Schönheit - so denke ich - auch! Vielleicht war ich zu früh oder gar zu stürmisch - aber geschmeichelt hat es ihr schon - möchte das ausdrücklich hier betonen.
Danach gings dann aber wieder auf diese fahrende weißgraue Kiste - ich - nicht mehr ganz so stur wie auf der Hinfahrt - dafür mit weichen Gefühlen in den Beinen - ein wenig zittrige Glieder - ob aus Angst oder immer noch aus Erregung nach diesem wunderschönen Spiel mit einer blonden Hovidame von der anderen Rheinseite - ich weiß es nicht. Aber dafür würde ich sogar noch einmal meine Sturheit vergessen und voller Schwung mit der Rheinfähre übersetzen.