Mittwoch, 31. Dezember 2025

Der letzte Quilt des Jahres 2025

Zwischen den Jahren geht es mir so, wie einigen von euch, ich möchte Dinge zu Ende bringen. Davon habe ich schon oft in meinem Blog geschrieben, zwei Quilts habe ich dieses Jahr noch beendet und war damit sehr glücklich. Mal schauen, wo sie einen Platz finden werden.

Etwas fehlte aber noch zu meiner Zufriedenheit. Nämlich der Dezember-Gelmerodaquilt. Neben dem Kalenderblatt für Dezember hing immer noch, der farblich nicht passende, Quilt von November. Als ich das letzte Mal Stoffe gefärbt hatte, habe ich da schon passende Stoffe mit gefärbt, allerdings aus dem Stoff, der nicht so schön war. Aber egal, verarbeitet werden müssen auch diese Stoffe.

Zunächst habe ich erst einmal wieder die Stoffe anhand des Bildes ausgesucht. Wie immer beim Nähen habe ich dann aber noch Stoffe hinzugefügt und andere gar nicht genommen. Ich habe mich bei der Farbverteilung an Bild orientiert. Es war manchmal gar nicht so einfach. Ich habe mir die Farben auf die Vorlage geschrieben... ...und beim Nähen dann doch einen Plan geändert. 😂 Mit meinem Top war ich ganz zufrieden.

Auch beim Quilten habe ich versucht, mich an dem Bild zu orientieren. Ich habe freihand gequiltet.

Vielleicht quilte ich an der einen oder anderen Stelle noch ein wenig mehr, das entscheide ich in ein paar Tagen. Ich muss den Quilt erst einmal auf mich wirken lassen. So gefällt er mir gut, er ist ganz anders als die bisherigen Quilts. 

Dieser Quilt ist die Nummer 48 in meiner Sammlung. Ich werde dieses Projekt doch noch nicht beenden, wie ich es zum Jahresende ursprünglich vorhatte. Allerdings habe ich mir vorgenommen, nicht mehr mit dieser Intensität daran zu arbeiten, wie in den letzten 1 1/2 Jahren. Aber ganz beiseite legen kann ich es nicht, da ich noch immer Ideen für weitere Gelmerodaquilts habe und ein Top zum Beispiel schon fertig ist und darauf wartet, ein Quilt zu werden.

Nun bleibt mir nur noch, euch allen einen schönen Silvesterabend zu wünschen, einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr. Ich freue mich auf ein weiteres Jahr im Austausch mit euch und habe für 2026 schon einige Ideen. Davon werde ich in den nächsten Tagen erzählen. Dann gibt es auch einen Rückblick auf 2025. Das Jahr war, sagen wir mal, durchwachsen, vieles ist gedanklich schon so weit in den Hintergrund getreten, dass es unwirlich erscheint, manches ist aber doch noch sehr präsent... 

31. Dezember

Spruch für die Silvesternacht
Erich Kästner

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwickter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!


Dienstag, 30. Dezember 2025

Abarbeiten zum Jahresende

Im Herbst hatte ich wieder an zwei Onlinekursen der Patchworkgilde teilgenommen. Inzwischen finde ich Kurse und Onlinekurse besonders, sehr interessant. Einer der beiden Onlinekurse war wieder ein Kurs bei Carmen. Wieder wurde ein Quilt genäht, der mit Hilfe von KI entstanden ist: Formen der Zeit. Irgendwie passt es da doch dazu, dass ich im Vorfeld nicht wirklich Zeit hatte, mich mit dem Quilt und dem Material zu beschäftigen. 😏Aber irgendwie hat dann doch noch alles geklappt.

Der Kurs war sehr interessant und ich bin sehr gut voran gekommen. Einzig mit dem einen schrägen Pfeil, der eingenäht werden sollte, stand ich auf Kriegsfuß. Einnähen hat geklappt, aber dann passten die Teile überhaupt nicht mehr zusammen. Ich habe den Block dann neu genäht und mich dazu entschieden, den Zeiger zu applizieren.

Neben dem Zeiger wurden noch weitere Teile appliziert.

Den Kreis rechts habe ich zunächst in dem hellen Stoff applziert, dann aber den Kreis in dunkel noch einmal darüber gesetzt. Der helle Kreis gefiel mir überhaupt nicht. So habe ich mein Top dann erst einmal ein paar Wochen am Schrank hängen gelassen. Ich wusste nicht, wie ich es quilten sollte. Mir fehlten dafür einfach die Ideen. Zum Jahresende packt es mich ja immer und ich möchte Angefanges beenden. So ging es mir auch mit diesem Quilt. So habe ich mich dann am Sonntag Abend hingesetzt und auch diesen Quilt gequiltet. Auch hier habe ich mich für gerade Linien und in der Uhr Kreise entschieden.

Ich hatte mit dem Quilt so meine Probleme, zum einen hatte ich meine Probleme mit dem rechten Zeiger, dann hatte ich die Zahnräder in der falschen Farbfolge genäht, so dass ich sie nochmal nähen musste, die Rundungen waren auch nicht so einfach. Letztendlich ist der Quilt schön geworden und ich freue mich darüber. Einzig die hellen Stellen an den grünen Formen muss ich noch irgendwie beheben. Vielleicht male ich da einfach mit einem grünen Stift drüber... 

Montag, 29. Dezember 2025

Am Ende fügt sich alles zusammen

Habt vielen lieben Dank für eure Kommentare, sei es zu meinem Adventskalender oder zu meinen anderen Beiträgen. Ich habe mich sehr darüber gefreut, besonders, dass sich viele von euch über meinen Adventskalender gefreut haben. Manchmal überlege ich ja, ob der Adventskalender überhaupt jemanden interessiert und ob meine Beiträge, die ich dann zwischendurch mal schreibe, überhaupt gesehen werden, aber offenbar zweimal "ja". Das freut mich sehr.

Mein Weihnachtsquilt wurde ja auf Papier genäht und ich habe beim Nähen auf Papier immer recht große Reste über. Ich gebe es zu, ich bin mit Resten recht großzügig im Entsorgen. Ich bin immer begeistert, wenn ich lese, dass andere die Reste immer gleich passend zu schneiden und diese Zuschnitt dann aufheben. Ich mache den Deckel vom Mülleimer auf und rein damit. 😳 Dieses Mal aber konnte ich die Reste irgendwie nicht entsorgen, etwas in mir sträubt sich dagegen. 

Und so habe ich dann begonnen, meine Reste wahllos aneinander zu nähen, wieder zu zerschneiden und wieder neu zusammen zu nähen. Und das so ganz ohne Plan. Das fiel mir unheimlich schwer und ich musste mich echt zwingen, nicht über das Ergebnis nachzudenken, sondern wirklich frei zu nähen. Zu Anfang habe ich mich damit sehr schwer getan, je mehr ich genäht hatte, umso leichter fiel es mir. Und am Ende hatte ich dann wirklich ein Top zusammgenäht, welches mir gefällt. 

Und die Reste, die dann über geblieben sind, waren wirklich nur noch Reste:

Mein Top habe ich gestern dann nur in senkrechten Linien mit unteschiedlichen Abständen gequiltet, das gefällt mir richtig gut und so ist gestern noch dieser kleine Quilt fertig geworden.

Auch wenn ich zu Anfang nicht wusste, wohin die Reise geht, so bin ich doch zufrieden und ich denke, das ist eine gute Art und Weise, Reste zu verarbeiten. Sicher werde ich das mla wieder probieren. War ich bei den ersten Nähen/Blöcken noch ein wenig im tradtionellen Nähen gefangen, ging es am Ende doch immer besser und auch wenn alles auseinanderfällt, so fügt es sich am Ende doch wieder zusammen. So könnte ich auch mein 2025 beschreiben. Das werde ich später in einem oder zwei Rückblicken machen. 😉

Freitag, 26. Dezember 2025

Die Nummer 47

Ich hoffe, ihr hattet/habt alle ein schönes Weihnachtsfest. Unser Weihnachten ist in diesem Jahr ein wenig anders als sonst, aber trotzdem sehr schön. Wir haben ganz viel Ruhe und Zeit, wenig Stress und genießen es so, wie es ist. 

Unserem Baum hatten wir am letzten Wochenende gekauft, das war schon fast zu spät. Im ersten Baumarkt gab es nur noch hässliche Bäume, im zweiten Baumarkt nur noch einen einzigen. Wir sind dann zu einem Händler gefahren, wo wir die letzten Jahre immer mal den Baum gekauft haben und dort haben wir einen schönen Baum gefunden. Unser Problem ist ja immer, dass der Baum unten nicht so breit sein sollte, damit wir noch halbwegs die Balkontür öffnen können. Als wir den Baum dort gesehen hatten, fand ich ihn schön, zu Hause dann pottenhässlich. Ich war so traurig über den Baum, dass ich am liebsten alles gecancelt hätte. Steffen hat mich dann aber aufgebaut und nachdem der Baum geschmückt war, sah er gar nicht mehr so fürchterlich aus.

Und sind wir doch mal ganz ehrlich: Es ist ja nur ein Baum, davon hängt ja nun die Glückseeligkeit nicht wirklich ab. Wichtig ist doch, was wir daraus machen.

Ich hatte ja vor ein paar Tagen geschrieben, dass ich bis Weihnachten, bis auf den Weihnachtsquilt, erst einmal nicht mehr nähen möchte. Daran habe ich ich auch fast gehalten. Am letzten Wochenende zog es mich an die Nähmaschine, ich war gedanklich wieder soweit und so habe ich aus den Resten vom Weihnachtsquilt einen kleinen Weihnachtsquilt genäht. Einen weihnachtlichen Gelmerodaquilt. Ist es nicht kurios, dass ich im dritten Jahr von diesem Projekt bin und noch keinen wirklichen Weihnachtsquilt dabei genäht habe?

Ich habe beim Nähen festgestellt, dass ich nicht ganz bei der Sache war: 

Man kann es sehen, ich habe zweimal falsche Stoffe gewählt. Und das auch noch zweimal an der fast gleichen Stelle. Ich habe meinen Fehler korrigiert, habe aber tatsächlich überlegt, ob ich es nicht so lassen sollte. 😳Den Quilt habe ich im unteren Teil mit einer kleinen Krippenszene bestickt. Und obwohl ich im Vorfeld geguckt habe, wo ich sie platziere, sitzt sie doch ein wenig hoch.
Im oberen Bereich habe ich meinen Quilt von Hand mit kleinen Sternen bestickt. Von rechts fällt ein Lichtschein auf den Turm.
Das ist das Licht der Hoffnung, welches in der Weihnachtszeit leuchtet. Eigentlich wollte ich zu den gestickten Sternen noch ein paar Sterne stempeln. Aber mit der Siebdruckfarbe konnte ich nicht stempeln und die Sterne mit der Stempelfarbe waren auf dem Hintergrund nicht zu sehen. So bleibt es dann eben bei den gestickten Sternen. Viel gequiltet habe ich nicht, nur die Umrisse der Kirche und dann die Stickereien. Ich hoffe, es reicht, dass der Quilt gut hängt. Ansonsten müsste ich da noch ein wenig nachbessern. 

Ich finde diesen Gelmerodaquilt sehr schön, er ist etwas Besonderes für mich. Seinen Platz hat er direkt neben dem großen Weihnachtsquilt gefunden.

Ich habe den kleinen Quilt mit Stecknadeln an die Wand gepinnt und und falls jemand meint, dass die weißen Stecknadelköpfe auf dem roten Binding blöd aussehen, hat derjenige natürlich vollkommen recht. Ich fand das auch nicht schön und habe es geändert und damit bei meiner Familie Kopfschütteln hervorgerufen. 😂

  

26. Dezember

Christbaum
Peter Cornelius

Wie schön geschmückt der festliche Raum!
Die Lichter funkeln am  Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! O seliger Traum!

Die Mutter sitzt im Kinder Kreis;
nun schweig alles auf ihr Geheiß:
sie singe des Christkinds Lob und Preis.

Und rings, vom Weihnachtbaum erhellt,
ist schön in Bildern aufgestellt
des heiligen Buches Palmenwelt.

Die Kinder schauen der Bilder Pracht,
und haben wohl des Singens acht,
das tönt so süß in der  Weihenacht!

O glücklicher Kreis im festlichen Raum!
O goldne Lichter am Weihnachtsbaum!
O fröhliche Zeit! O seliger Traum!



Donnerstag, 25. Dezember 2025

25. Dezember

Weihnachtslied
Friedrich Dannemann

Nun bricht die heil’ge Nacht herein
mit Glockenklang und Kerzenschein,
und jedem grünen Tannenbaum
erstrahlt ein lichter Märchentraum.

Wie ziehst du still in meine Brust,
o wundersel’ge Weihnachtslust!
Vor meinen Blicken wird es weit –
und lächelnd winkt die Jugendzeit.

Sie naht mit leisen Feentritt, -
ach, alle Wonnen bringt sie mit;
des Lebens Sorge, Gram und Weh‘
versank in des Vergessens See.

O läutet, Glocken, läutet hell!
Verlöscht! ihr Kerzen, nicht  zu schnell!
im Osten blinkt der Morgenstern:
sei mir gegrüßt, du Tag des Herrn!



Mittwoch, 24. Dezember 2025

24. Dezember

Die heilige Nacht
Eduard Mörike

Gesegnet sei die heilige Nacht,
die uns das Licht der Welt gebracht!

Wohl unter lieben Himmelszelt
die Hirten lagen auf dem Feld.

Ein Engel Gottes, licht und klar,
mit seinem Gruß tritt auf sie dar.

Vor Angst sie decken ihr Angesicht,
da spricht der Engel: „Fürchtet euch nicht!“

„Ich verkünd euch große Freud:
Der Heiland ist geboren heut.“

Da gehn die Hirten hin in Eil,
zu schaun mit Augen des ewig Heil:

zu singen dem süßen Gast Willkomm,
zu bringen ihm ein Lämmlein fromm.

Bald kommen auch gezogen fern
die heil’gen drei König’mit ihrem Stern.

Sie knien vor dem Kindlein hold,
schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold.

Vom Himmel hoch der Engel Heer
frohlocket: „Gott in der Höh sei Ehr!“

Mit diesem Gedicht von Eduard Mörike wäre theoretisch mein Adventskalender beendet. Allerdings geht es in den nächsten Tagen noch ein klein wenig weiter. Gern könnt ihr wieder jeden Morgen vorbeischauen. Ich wünsche euch allen einen schönen Heiligabend, mit einer schönen Zeit mit euren Lieben, genießt den Kerzenschein, die Ruhe, die Stille, das gute Essen und was auch immer zu genießen ist.

Dienstag, 23. Dezember 2025

23. Dezember

Weihnachtslied
Theodor Storm

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte
und hauchten durch die Winterlüfte,
und kerzenhelle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschrocken,
das ist die liebe Weihnachtszeit!
Ich höre fernher Kirchenglocken
mich lieblich heimatlich verlocken
in märchenstille Herrlichkeit.

Ein frommer Zauber hält mich wieder,
anbetend, staunend muss ich stehn;
es sinkt auf meine Augenlider
ein goldner Kindertraum hernieder,
ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.



Montag, 22. Dezember 2025

22. Dezember

Vom Christkind
Anna Ritter

Denkt euch, ich habe das Christkind geseh’n!
Es kam aus dem Wald, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.

Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?

Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack,
meint ihr, er wäre offen, der Sack?
Zugebunden bis oben hin!

Doch war gewiss etwas Schönes drin,
es roch so nach Äpfeln und Nüssen!
 


 

Sonntag, 21. Dezember 2025

21. Dezember

Schenken
Joachim Ringelnatz

Schenke groß oder klein
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten
die Gaben wiegen,
Sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.
Schenke mit Geist und ohne List.
Sei eingedenk,
Dass dein Geschenk
du selber bist.



Samstag, 20. Dezember 2025

20. Dezember

Weihnachten
Martin Greif

Ein Bäumlein grünt im tiefen Tann,
das kaum das Aug erspähen kann,
dort wohnt es in der Wildnis Schoß
und wird gar heimlich schmuck und groß.

Der Jäger achtet nicht darauf,
das Reh spring ihm vorbei im Lauf
die Sterne nur, die alles sehn,
erschauen auch das Bäumlein schön.

Da mitten in des Winters Graus,
erglänzt es fromm im Elternhaus,
wer hat es hin mit einem Mal
getragen über Berg und Tal?

Das hat der heilge Christ getan.
sieh dir nur recht das Bäumlein an!
der unsichtbar heut eingekehrt,
hat manches Liebe dir beschert.


 

Freitag, 19. Dezember 2025

19. Dezember

Der erste Zug
Hans Kruppa

Nimm in der Liebe
immer gleich den ersten Zug,
auch wenn du nicht 
auf eine Reise vorbereitet bist.

Der zweite, falls er kommt,
wird dich nicht dorthin bringen,
wohin der erste dich gebracht hätte.

Der zweite Zug hat immer
auch nur das zweitbeste Ziel.



Donnerstag, 18. Dezember 2025

18. Dezember

Dank an Weihnachten
Gustav Falke

Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen
und wecken Freude in allen Herzen.
Ihr lieben Eltern, in diesen Tagen,
was sollen wir singen, was sollen wir sagen?

Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste
vom Schönen das Schönste, vom Guten das Beste!
Wir wollen euch danke für alle Gaben
und wollen euch immer noch lieber haben.



Mittwoch, 17. Dezember 2025

17. Dezember

Christbaum
Ada Christen

Hörst auch du die leisen Stimmen
aus den bunten Kerzlein dringen?
Die vergessenen Gebete
aus den Tannenzweiglein singen?
Hörst auch du das schüchternfrohe,
helle Kinderlachen klingen?
Schaust auch du den stillen Engel
mit den reinen, weißen Schwingen?
Schaust auch du dich selber wieder
fern und fremd nur wie im Träume?
Grüßt auch dich mit Märchenaugen
deine Kindheit aus dem Baume?


Dienstag, 16. Dezember 2025

die selbst gesteckten Ziele

Vor ein paar Tagen hatte ich ja geschrieben, dass ich bis Weihnachten meine Nähmaschine und alles, was mit diesem Hobby zusammenhängt, erst einmal mit... ...sagen wir mal Mißachtung strafen werde. Nicht, weil sie etwas falsch gemacht hätte, sondern einfach, weil sie da ist, mich zum Nähen animiert und ich das in den letzten Wochen einfach zu exzessiv getan habe und es mir, auch aus diesem Grund, gesundheitlich nicht so richtig gut ging/geht. Einzig den Adventskalenderquilt von vor 15 (!) Jahren wollte ich dann fertigstellen.

Und genau das habe ich in den letzten Tagen auch gemacht. Ich habe wirklich nicht genäht oder gehandarbeitet, sondern versucht, mich auszuruhen und zu entspannen. Ein wenig geht es mir auch besser, ich hoffe nun auf den bald anstehenden Weihnachtsurlaub. Darauf freue ich mich sehr und ich weiß auch schon ganz genau, was ich zwischen den Jahren machen werde: Die Seele baumeln lassen.

Unabhängig davon habe ich meinen Adventskalenderquilt endlich fertig genäht. Hier hatte ich ja schon geschrieben, dass ich mir einen Rand basteln musste, da der Stoff nicht mehr gereicht hatte. Das fertige Top lag dann eine ganze Weile im Wohnzimmer, am Wochenende habe ich mich dann augerafft und daraus einen Quilt gemacht. Ich habe nicht großartig gequiltet, sondern einfach horizontale und vertikale Linien mit Abstand, so ist der Quilt nun mit einem Karomuster überzogen. Er hängt dadurch wunderbar plan an der Wand, das Quilting überdeckt nicht die Blöcke und ich bin zufrieden. Das Binding musste ich wieder aus zwei grünen Stoffen stückeln, weil ich dafür die restlichen Stoffe nicht gereicht haben.

Ich bin sehr froh, dass dieser Quilt nun fertig ist und habe ihn auch gleich noch aufgehängt. Dafür musste der rote Weihnachtsquilt wieder in den Schrank wandern.

Das Quilten fiel mir nicht so leicht, ich habe mich mächtig damit gemüht. Zum einen hing es sicher damit zusammen, dass die Rückseite recht steif war. Ich hatte einen Bomull-ähnlichen Stoff, der noch nicht gewaschen war und dadurch sehr fest war. Zum anderen kamen mir während des Quiltens immer wieder die Gedanken/Gefühle, dass für mich die Zeit der großen Quilts vorbei sein könnte. Dieser Gedanke hat sich in meinem Kopf festgesetzt und ich grübele schon ein paar Tage darüber nach...

16. Dezember

Glück
Hans Kruppa

Tee mit Honig trinken
und Musik hören,
das ist Glück.
Sich freuen
über einen Freund,
weil er sich
über Kleinigkeiten freut,
das ist Glück.
Nichts wollen,
wunschlos sein,
das ist Glück –
hier und jetzt sein,
ganz im Augenblick:
morgen kommt zu spät,
und gestern war einmal.



Montag, 15. Dezember 2025

15. Dezember

Ein Gast
Robert Gernhardt

Das Alter klopft an meine Tür:
„Du bist da drin, ick spüre dir.“

Ich mach nicht auf und flüstre schwach:
„Lern du zuerst mal deutscher Sprach.“

Worauf der Gast zu gehen geruht.
-    Ey, Alter! Das ging nochmal gut.

Sonntag, 14. Dezember 2025

14. Dezember

Frühstück im Klinikum der
Johann Wolfgang Goethe-
Universität Frankfurt am Main
Robert Gernhardt

Von Wand und Frau,
von Tass‘ und Mann,
von allen blickt dich
Goethe an.

Blickt starr auf all
die kranken Leute:
„Grüß Gott! Wie fühlen wir
uns heute?“

Blickt von der Tass‘
auf mich und sinnt:
„Wie geht es dir, mein
liebes Kind?“

„Bin weder Kind
noch lieb. Sollst wissen:
Mir geht’s heut morgen
echt besch……“



Samstag, 13. Dezember 2025

13. Dezember

Winterabend
Ferdinand von Saar

Wie muss der Tag sich neigen
Im Winter, ach, so bald:
Ein tiefes, mildes Schweigen
Liegt über Flur und Wald.

Am Himmel noch ein Schimmern,
Ein letztes, doch kein Stern,
Trübrote Lichter flimmern
Aus Hütten still und fern.

Und trüb und immer trüber
Der Landschaft weiter Kreis;
Es zieht der Bach vorüber
Eintönig unterm Eis.

Horch, welch leises Beben
Urplötzlich in der Luft?
Geheimnisvolles Weben,
Geheimnisvoller Duft.

Wie ferne, ferne Glocken
Erklingts – so wohl – so weh -:
Da fällt in dichten Flocken 
Zur Erde sanft der Schnee.


Freitag, 12. Dezember 2025

12. Dezember

Portrait
Robert Gernhardt

Das Leben zeichnet mich:
Da hast du dein Gesicht!
Lass stecken, sage ich,
dein Werk gefällt mir nicht.

Die Haut ist mir zu fahl.
Das Haar ist mir zu dünn.
Auch säh‘ ich mich gern schmal,
mit ausgeprägtem Kinn.

Das Leben schreit: Es reicht!
Welche lachhafte Beschwerden!
Willst du ab jetzt vielleicht
vom Tod gezeichnet werden?


Donnerstag, 11. Dezember 2025

In der Weihnachtskartenwerkstatt

Ende November habe ich mir ein neues Sieb zum Drucken gegönnt. Ich wollte gern Weihnachtskarten drucken und nähen. Gedruckt habe ich auch schon einen ganzen Schwung, dann habe ich mich jedoch gegen genähte Karten entschieden. Ich bräuchte eine ganze Menge Karten und mit dem Drucken ist es ja noch nicht erledigt, ich müsste sie ja auch noch nähen. Und so habe ich beschlossen: Ich drucke und stempele die Karten. Das habe ich dann gestern mit Katharina gemacht. Gestern zum Beispiel haben wir gestempelt.

Die Idee zu den Karten habe ich bei Perlenfischer entdeckt, dort habe ich mir auch die Stempel bestellt. Das hat uns beiden so richtig viel Spaß gemacht. Es hat uns beiden sehr viel Spaß gemacht und schon gestern hatten wir einen ordentlichen Schwung Karten hergestellt.

Heute haben wir dann weitere Karten gesiebdruckt. Bisher hatte ich ja nur auf Stoff und noch nie auf Papier gedruckt. Aber auch das ging wirklich gut und wir beiden hatten unseren Spaß. Katharina hat einige der Karten selbst gedruckt. 

Einige der Karten haben wir zweifarbig gedruckt: In das erste Motiv haben wir ein weiteres Motiv gedruckt. Die Tannenzweige wollen wir morgen dann noch weiter verzieren. Die werden wir dann wieder stempeln.
 
Wenn ich mir unser Ergebnis so ansehe, dann haben wir in diesem Jahr eine reiche Auswahl an Weihnachtskarten. 😍
Und was mich am allermeisten gefreut hat war, dass mir Katharina vorhin gesagt hat, dass sie das so richtig schön fand, dass wir gestern und heute was gemeinsam gemacht haben, es hat ihr sehr viel Spaß gemacht.

11. Dezember

Mondgedicht
Robert Gernhardt

..,-
fertig ist das Mondgedicht.



Mittwoch, 10. Dezember 2025

10. Dezember


Wintertrost
Martin Greif

Welche Wandlung über Nacht
Hat den Wald beschlichen,
Braun noch gestern, sieht erwacht
Er sein Haar verblichen.

Eis in langen Zapfen hängt
Rings von alles Ästen,
Weiß der Silberbart sich mengt,
Mit des Laubes Resten.

Wohl, Natur in solchem Bilde
Mahnt sie an das Alter,
Wäre nicht der Winter mild
Auch ein Welterhalter.

Lasse dort die Eiche, grau,
Näher dich belehren:
Rieselt erst des Frühlings Tau,
Wird das Grün ihr kehren.

Dienstag, 9. Dezember 2025

9. Dezember

Liebeslied im Dezember      Manfred Hausmann

Es hat nun all die Stunden
still vor sich hin geschneit.
Die Erde ist verschwunden
in Schnee und Ewigkeit.

Wie gehen über die Wellen
des Hügels und über das Feld.
Kein Ruf, kein Hundebellen…
Wir sind allein auf dieser Welt.

Unmerklich schon und leise
verwandelt sich der Tag.
Der Abend auf seine Weise
erhebt sich hinter dem Hag.

Wir wollen nichts mehr sagen,
die Worte sind so laut.
Was wir im Herzen tragen,
ist uns ja alles vertraut.

Und wenn dann so beim Wandern
sich Schulter an Schulter lehnt,
fühlt einer bei dem andern,
wie er sich nach ihm sehnt.

Die Flocken im Fallen sich drehen,
die Dämmerung hüllt uns sein.
Wir wollen … nur … so … hingehen …
und ganz aneinander sein.

Montag, 8. Dezember 2025

8. Dezember

Gespräch des Geschöpfs
mit dem Schöpfer
Robert Gernhardt

„Schier sechzig Jahr auf deiner Welt –
bekomme ich jetzt Schmerzensgeld?“

„Mein Kind, mir geht dein Wunsch zu Herzen:
Geld hab ich keins. Doch kriegst du Schmerzen!“