The Singer in My Band

The Singer in My Band

Alles ging in den frühen 2010er‑Jahren los, als Nate Amos anfing, unter dem Namen This Is Lorelei Musik aufzunehmen. Seitdem sind Hunderte Songs entstanden, die der Künstler jedoch nie groß promotete. „Lorelei war lange Zeit eher eine Art Geheimnis“, erzählt er gegenüber Apple Music. Es schien so, als ob Water From Your Eyes – Amos’ Experimental-Pop-Duo mit Rachel Brown – den Solo-Output des Künstlers für immer überschatten würde. Dann kam 2024 sein Soloalbum „Box for Buddy, Box for Star“ und brachte ihm fast schon still und leise den Durchbruch. Es gab sogar zwei Neuauflagen, bei denen immer mehr berühmte Fans seiner Musik ihren Beitrag leisteten: MJ Lenderman, Waxahatchee, Haley Williams’ Band Power Snatch und Jeff Tweedy. Jetzt gibt es mit „The Singer in My Band“ das erste Album von This Is Lorelei, das tatsächlich mit Spannung erwartet wurde. Amos nutzt diese Gelegenheit, um sein ganzes Können als Songwriter zu präsentieren. Auf „Box for Buddy, Box for Star“ waren die Strophen noch so mit Wörtern vollgepackt, dass er sich live richtig anstrengen musste, um nichts zu vergessen. Deswegen ist der Musiker die ganze Sache diesmal minimalistischer angegangen. „Wir hatten uns eher dazu verschrieben, effizient vorzugehen, ohne dabei an Wirkung zu verlieren“, sagt Amos. Ganz grundlegend basiert This is Lorelei auf dem Konzept, neue Möglichkeiten aus traditioneller Musik zu schöpfen. So bedient sich „The Singer in My Band“ auch noch mehr an Country, Folk und Bluegrass als sonst. Amos hat sogar seinen Vater Bob, einen professionellen Banjo-Spieler, für den Titeltrack „The Singer in My Band“ engagiert. Moderne Roots-Musik hat oft den Ruf, auf Teufel komm raus ernst sein zu müssen. Doch Amos lässt dieses Klischee immer wieder mit hintergründigem Humor ins Leere laufen – etwa in Songs über die Rückkehr eines geliebten Karaokesängers („Billy Came Back“) oder den bevorstehenden Weltuntergang („Watching Heaven Fall“). „Man tappt schnell in die Falle, Musik viel zu ernst zu nehmen“, sagt der Künstler. „Dabei ist [das Musikmachen] im Kern doch eher witzig und ein bisschen peinlich. Wenn man das erkennt, öffnen sich viele Türen.“