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Dienstag, 22. Mai 2018

TipTop - Ausschnittbelege ergänzen - Tutorial

Dieser Blogpost erscheint als Gastbeitrag bei Crafteln. Der Vollständigkeit halber, stelle ich ihn auch hier online.

Das TipTop von letzter Woche ist ein schlichtes Basic Oberteil, das einem Oberteilgrundschnitt nahe kommt.

Der Nähprozess ist sehr einfach gehalten, von daher werden die Säume jeweils nur umgeklappt. Das gefällt mir am Ausschnitt nicht, weswegen ich in meiner Version hinten und vorne einen Ausschnittbeleg ergänzt habe. Zum einen habe ich dann keine Naht am Ausschnitt, zum anderen ist der Ausschnitt verstärkt und liegt besser, sieht besser aus.

Und zwar geht das folgendermaßen:

Ich habe 2 (oder 3, aber eigentlich kann man den hinteren Beleg in einem zuschneiden und muss ihn nicht an der mittleren Rückennaht teilen, also 2) zusätzliche Teile aus meinem Stoff zugeschnitten. Weitere 2 Teile habe ich aus aufbügelbarer Vlieseline (die in etwa die Stärke meines Stoffes hat) zugeschnitten. Die Schnittteile ergeben sich (in der Skizze unten in Rot) aus den Schnittteilen des TipTop.


Unten die Schnittteile des TipTop, die Schnittteile und die Belege sind rot markiert, sie können hinten zusammen im Stoffbruch zugeschnitten werden.



Zusätzlich werden die grünen Schnittteile aus Vlieseline zugeschnitten. Dabei lasse ich an allen Rändern einen kleinen Rand. Die Vlieseline wird dann auf die beiden Stoffteile auf die linke Seite (im folgenden Belege) aufgebügelt. Dabei drückt man das Bügeleisen auf die Teile und schiebt es nicht hin und her. Anschließend müssen die bebügelten Belege erkalten.

Wenn das TipTop fast fertig ist (also laut Anleitung an der Stelle, wo ich den Ausschnitt säumen soll), nähe ich mein hinteres und mein vorderes Belegteil an den Schulternähten rechts auf rechts zusammen und bügele diese Naht auseinander.

Beim Beleg wird viel gebügelt und meines Erachtens hängt es vom sehr ordentlichen Bügeln ab, ob der Beleg hinterher schön innen bleibt und nicht nach außen klappt. Auch wenn ich Bügeln nicht sehr liebe, richtig ist: Gut gebügelt ist halb genäht!

Der zusammen genähte Beleg wird jetzt rechts auf rechts auf den (laut Anleitung vorher mit einer Stütznaht versehenen) Ausschnitt gesteckt, erst an der Schulter, dann zu den Mitten hin, wenn es nicht ganz passt, schiebt man die Kanten so, dass es passt. Ganz notfalls (dann hat man die Stücke wahrscheinlich nicht gut vom Schnitt abgepaust und nicht identisch zugeschnitten) schneidet man noch ein bisschen an Beleg oder Ausschnittkante ab, damit es passt. Mit kurzer Stichlänge näht man den Beleg rund herum auf den Ausschnitt.

Nun kürzt man die Nahtzugabe (nicht den Beleg), alternativ / zusätzlich kann man die Rundung mit kleinen Schnitten einschneiden, damit sie sich später gut legt. Dieser Arbeitsschritt kann ein wenig fummelig sein, je nachdem, wie dünn der Stoff ist, daher muss man aufpassen, nicht in den Stoff zu schneiden.

Nahtzugabe und Beleg werden jetzt zusammen vom Oberteil zur Ausschnittmitte hin gebügelt.

Dann wird der Beleg auf der Nahtzugabe knapp neben der vorhandenen Naht festgesteppt (dies nennt man Untersteppen), am besten von links, damit man die Nahtzugabe immer gut im Blick hat. Dies wird gemacht, damit der Beleg später schön nach innen fällt.

Zuletzt wird der Beleg nach innen gewendet und gut gebügelt. Die Nahtlinie liegt dabei eher innen als außen, damit sie nicht von außen zu sehen ist.

Und von der rechten Vorderseite das fertige Shirt:



Es gibt im Netz auch Fotoanleitungen und Videos zu dem Thema.

Meldet euch gerne bei Fragen.

Gruß aus Frankfurt

Anja




Mittwoch, 28. März 2012

Me made Mittwoch mit Tasche

Diese Tasche schleppe ich zur Zeit fast jeden Tag mit mir herum. Nach dem Charlie Bag Tutorial von Verypurpleperson. Weitere Me Made Sachen sammelt Cat.


Liebe Grüße, Anja

Mittwoch, 18. Januar 2012

Me made Mittwoch mit neuer Tasche

Seit ich die Adventskalender Tasche von Farbenmix genäht habe, lässt mich das Thema schöne, große, bunte Tasche nicht mehr los. Vor allem das abnehmbare Vortäschchen ist so praktisch.

Entstanden ist eine Alles drin mit Reißverschluss aus blauem Cord und einer alten Kinderjeans sowie Boden / unterer Rand aus Wachstuchresten. Mit dem Schrägband von gestern habe ich die Naht zwischen Boden und Seitenteilen von außen statt von innen eingefasst, eine ziemlich pfrimelige Angelegenheit. Vorn ist noch ein Eulentäschchen angebracht, das ich abwechselnd mit diesem tragen kann.



Weitere selbstgenähte Projekte seht ihr - wie jeden Mittwoch - bei Catherine.

Jetzt habe ich eigentlich genug Taschen .... lieben Gruß, Anja

Dienstag, 27. September 2011

Grundschnitt für einen Rock nach Maß

Ich habe beim letzten Me Made Mittwoch erwähnt, dass ich einen Kurs zum Erstellen von Schnitten besucht habe. Seitdem nähe ich nur noch nach Maß (Burda und Ottobre saßen eher schlecht). Das Gute an diesen Grundschnitten ist, dass sie einfach zu nähen und daher für Nähanfänger wie mich ideal sind. Wenn man bedenkt, dass ich vor einem Jahr noch nie von einem nahtverdeckten Reißverschluss gehört habe und eine "Kurskollegin" meinte, ein Nähkurs wäre bestimmt hilfreich für mich. Inzwischen habe ich mich durch Reißverschlüsse und Belege durchgewuschtelt und perfekt muss das Ergebnis auch nicht sein.

Der hier vorgestellte Grundschnitt kann fertig (mit ein paar Teilungsnähten) z. B. so aussehen:




Falls ihr Verständnisschwierigkeiten mit der Anleitung habt, kontaktiert mich gerne. Ich freue mich auch über Rückmeldungen / Verbesserungsideen, die ich dann einpflegen werde. Viel Spaß beim Schnitt erstellen (und späteren Nähen)!

Um einen Schnitt zu erstellen, braucht man:

Packpapier (ich habe noch Flip Chart Papier, das geht auch, auf jeden Fall festes Papier), Kreppklebeband, Papierschere, Maßband, Schneiderdreieck und Bogenlineal (Geodreieck, langes Lineal und Freihand geht auch), Bleistift, Buntstifte, Radiergummi, manchmal auch einen Taschenrechner, für den Rock reicht der Kopf.





Dann wird auf der Unterwäsche Maß genommen: 

Und zwar die Taillenweite (die Taille ist die schmalste Stelle am Oberkörper deutlich oberhalb des Bauchnabels); die Hüftweite (breiteste Stelle), die Hüfttiefe, das ist der Abstand zwischen Taille und Hüfte (dafür ist es hilfreich, wenn man 2 Maßbänder hat und eins in das andere einhängen geht) und letztendlich die gewünschte Rocklänge (ab der Taille, nicht von einem anderen Rock übernehmen).

Beispielmaße: TW: 86; HT 22; HW 110; RL 58








Nun zeichnen wir auf dem Packpapier in der
Nähe des rechten Rands eine lange gerade Senkrechte. Etwas unterhalb des oberen Rands zeichnen wir exakt im rechten Winkel an die Senkrechte eine Waagerechte.

Von dem oberen Punkt tragen wir auf der rechten Senkrechten die Hüfttiefe (im Beispiel 22 cm) nach unten ab und zeichnen wieder eine Linie im rechten Winkel waagerecht nach links.

Ebenso tragen wir die Rocklänge ab und zeichnen eine waagerechte Linie im rechten Winkel (im Beispiel 58 cm, vom oberen rechten Winkel gemessen).









Die rechte Hälfte des Papiers sieht jetzt so aus:



















Als nächstes wird auf der rechtwinklig
auf Höhe der Hüfttiefe gezeichneten Waagerechten die halbe Hüftweite (+ ca. 1 cm Mehrweite) abgetragen (im Beispiel 56 cm). Diese Strecke wird wiederrum halbiert (28 cm). An beiden Markierungspunkten zeichnen wir rechtwinklige Senkrechten nach oben und unten.









Rechts haben wir jetzt die hintere Mitte, links
die vordere Mitte und in der Mitte die Seite des späteren Rocks. Die mittlere Linie ziehen wir 1 cm nach oben über den oberen Rand hinaus. Mit einem Bogenlineal (oder Freihand) werden von diesem Punkt gebogene Linien gezogen, die schön in die obere Waagerechte einlaufen.

Aus der Differenz zwischen 1/2 Hüftweite (+ 1 cm Mehrweite = 56) und 1/2 Taillenweite (+ 1 cm Mehrweite = 44) ergibt sich der Gesamtwert für die Abnäher bzw. den Hüftbogen.

Dieser Wert (im Beispiel 12 cm) wird verteilt auf Seite (hier fast die Hälfte, ich nehme 6 cm, also je 3 cm rechts und 3 cm links von der erhöhten Seitenmittellinie), vorne und hinten (bei mir 2 x je 3 cm, jede Seite je 1,5 cm). Maximal sollten für die Abnäher 4 cm genommen werden, sonst wird es zu wulstig. Also bei größeren Werten den Hüftbogen gebogener zeichnen.

An der Seite (also auf der mittleren Linie) wird eine schönere Bogenlinie als bei mir auf der Höhe der Hüfttiefe in die Senkrechte einlaufend gezeichnet.

Weiter geht es mit den Abnähern: Der hintere liegt auf der Hälfte der neu vermessenen Strecke zwischen oberem Hüftbogenrand und der oberen hinteren Mitte. Der vordere liegt 7 cm von dem linken oberen Hüftbogenrand entfernt. Die Tiefe ist vorgegeben: hinten 15 cm, vorne 10 cm. Beide Abnäher werden schön gebogen einlaufend gezeichnet.




Im nächsten Schritt wird ausgeschnitten: Rockvorder- und -hinterteil sowie die Stellen, wo die Abnäher markiert sind:


Dieser Schnitt ergibt einen Bleistiftrock, wenn man Abnäher näht und oben noch kürzt (denn im Moment geht der Schnitt ja bis zur Taille. Je nachdem wie tief er sitzen soll, wird parallel zum oberen Rand eine Linie gezogen (üblich sind ca. 6 cm, aber der eine mag es hüftiger, der andere weniger hüftig).

Man kann diesen Grundschnitt an der Hüftlinie durchschneiden, oben wie gehabt Taille kürzer machen, Abnäher nähen und anhand von zwei neuen Schnittteilen Falten, Kellerfalten, Kräusel oder ähnliches einarbeiten (dazu die unteren Schnittteile entsprechend verbreitern). Siehe Bild:


Ich möchte mir demnächst allerdings einen ganz
schlichten Rock nähen. (Dafür klebe ich erstmal wieder die Teile, die ich vorher abgeschnitten habe, an den Grundschnitt). Den Schnitt bekomme ich, indem ich senkrecht von unten auf der Höhe der Abnäher bis ganz kurz vor dem Abnähereinschnitt einschneide. Dann schiebe ich die Abnäher oben so zusammen, dass unten Weite entsteht. Ich habe unten ein großes offenes Dreieck, der Abnäher ist jetzt geschlossen. Mit der Weite kann gespielt werden: durch neue Einschnitte an anderen Stellen gestalte ich den Rock weiter, durch weniger Zusammenschieben oben (und Nähen von kleineren Abnähern) bekomme ich einen engeren Rock.







Dann klebe ich die Abnäher oben zusammen (der Abnäher wird sozusagen in die Rockweite verlegt). Schneide an der Taille noch die überflüssige Höhe ab (bei mir 4 - 6 cm, je nachdem, wo der Rock sitzen soll, aber ganz in der Taille soll er nicht sitzen). Klebe die offenen Dreiecke unten zu und fertig ist der Schnitt: Ein Vorderteil, das im Stoffbruch zugeschnitten wird und ein Hinterteil, das ich 2 x zuschneide und in das hinten mittig der nahtverdeckte Reißverschluss eingesetzt wird. Belege zuschneiden, nähen, säumen.


Es gibt Sinn, den einmal erstellten Grundschnitt (Bleistiftrock) aufzubewahren und mit dem Rädchen zu kopieren und erst dann zurechtzuschneiden. Dann erübrigt sich das Messen und Rechnen beim nächsten Rock (es sei denn, die Maße veränden sich).

Viel Spaß beim Zeichnen, Schneiden und Kleben, lieben Gruß, Anja

Donnerstag, 15. September 2011

Zwei Boote und mit der Nähmaschine sticken

In meinem Bekanntenkreis gibt es wenig kleine Kinder, für die sich so schön nähen ließe. Immerhin hat mein ehemaliges Au-pair Kind zwei kleine Töchter. Die bekommen demnächst diese Boote, die ich abgewandelt nach dieser Anleitung genäht habe. Thanks for the tutorial, Irina. And thanks for helping me with the blog!!!


Damit die beiden Mädchen wissen, welches Boot wem gehört, sind ihre Namen "draufgemalt". Um mit der Nähmaschine zu sticken, gehe ich nach der Anleitung aus dem "etwas anderen Nähbuch" von Poppy Treffry vor: Stichbreite, Stichlänge auf 0 reduzieren, Füßchen raus (ich kann besser ohne Füßchen sticken, denn wenn der Stopffuß in der Maschine ist, ist mir die Sicht auf den Arbeitsbereich zu eingeschränkt), Füßchendruck auf 0, Transporter absenken und den Stoff stramm in einen Stickrahmen spannen. Dann muss noch die Oberfadenspannung reduziert werden, bei mir von 6 auf 2, also ziemlich viel. Ich habe eine Weile rumprobiert, um die optimale Einstellung zu finden. Und nicht vergessen, den Füßchenhebel runterzustellen - auch wenn kein Füßchen drin ist, sonst ist die Oberfadenspannung nicht o.k.


Lieben Gruß, Anja

Sonntag, 21. August 2011

Waschbare Bezüge statt neuer Sitzecke

Wir haben lange nach einem neuen Ecksofa gesucht, das unsere Anforderungen erfüllt (soll in eine bestimmte Ecke passen, hohe Rückenlehne und niedrige Armlehnen, schmutzunempfindlich, feste Polsterung). Keines der schicken Sofas war bequemer als die alte Sitzgarnitur meines lieben Gatten. Also erkundigte ich mich in einem kleinen Polstergeschäft nach den Möglichkeiten einer "Farbauffrischung". Die nette junge Verkäuferin meinte, dass sich sowas preislich meist nicht lohnt und ich mir doch lieber Meterware beim schwedischen Möbelhaus kaufen soll, um sie drüber zu legen. Gesagt, getan! Das Geschäft hat übrigens inzwischen geschlossen - kein Wunder.

Jetzt habe ich richtige Bezüge genäht. Erstmal wurden alle Seiten vermessen.


Dann habe ich den Stoff einschließlich Nahtzugabe zugeschnitten (die Erstellung von Schnittmustern schien mir zu aufwändig). Anprobe. Stecken (von links, dann schmiegt sich der Bezug gleich gut an).


Nähen, Versäubern, Fertig:


Einen schönen Restsonntag wünscht euch Anja

P.S. Irgendwann waren diese Bezüge nicht mehr schön, dann kamen rot-weiß gestreifte aus IKEA Stoff und letztendlich viel schönere aus richtigem Möbeljaquardt von Stoff&Stil, von Mal zu Mal wurden Passform und Verarbeitung besser