und Friede auf Erden * and on earth peace

„Glory to God in the highest, and on earth peace, good will toward men.“ * „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Dieser Spruch aus der Lukas-Geschichte ist zu diesem Weihnachtsfest mein Lieblingssatz (2, 14). Damit wünsche ich allen Leser*innen frohe Feiertage, einen guten Jahreswechsel und ein gutes, friedliches neues Jahr 2019.

Hier aus der Weihnachtspost:

Herzliche Grüße aus Nürnberg

Bernd

 

Robert Macfarlane: The Old Ways * Alte Wege

Robert Macfarlane: Alte Wege, Aus dem Englischen von Andreas Jandl und Frank Sievers, Naturkunden No. 25, hg. von Judith Schalansky bei Matthes & Seitz, Berlin 2016; The Old Ways:  A Journey On Foot, Penguin 2012

Auf alten Wegen neu zu wandern schildert Robert Macfarlane auf bemerkenswerte Weise. Lange vergessenen Spuren geht er in seiner britischen Heimat nach, den Fährten in England und den Fußstapfen in Schottland. Schließlich streift er in die Ferne nach Palästina, Spanien und Tibet, bevor er die Heimkehr nach England antritt.

„Jahrelang bin ich auf Pfaden gegangen, und jahrelang habe ich über sie gelesen. Die Wanderliteratur ist umfangreich, es gibt Gedichte, Lieder, Geschichten, Abhandlungen und Wanderführer, Landkarten, Romane und Essays. Die Symbiose von Schreiben und Wandern ist fast so alt wie die Literatur selbst – auf jedem Spaziergang gibt es etwas zu erleben, und jeder Pfad hat etwas zu erzählen.“ S. 20f

„Das Wandern eröffnet ein Sehen und Denken und ist mehr als Flucht und Entkommen; Pfade führen nicht nur durch eine Gegend, sondern auch zum Fühlen, zum Sein, zum Wissen.“ S. 26

„Das Wort Denkbewegungen, mit dem Wittgenstein sein Denken beschreibt, ist eine Wortschöpfung für Ideen, die durch die Bewegung, das Gehen entlang eines Weges hervorgebracht werden.“ S. 31

Manche Strecken sind unwegsam; Wetter und Wegezeichen sind zu lesen. Da und dort spukt es. Beim Wandern wie beim Segeln an den westlichen Inseln, lässt sich der Autor von heimischen und kundigen Weggefährten und älteren angelsächsischen Literat*innen begleiten, darunter Emerson, Thoreau, Nan Sheperd („Ich gehe, also bin ich“; S. 176).  Eine nachgehende „Biogeographie“ widmet er Edward Thomas.

Angesichts der vielfältigen archäologischen, botanischen und geographischen Bezeichnungen sowie der poetischen Sprache verdienen Andreas Jandl und Frank Sievers Anerkennung für ihre Übersetzung.

„Gehen heißt Schätze sammeln!“ – nach einem spanischen Sprichwort: „Caminar es atesorar“ (S. 218).  So wie Lesen Wortschätze bringt, beispielsweise „die „bustrophedonische Bewegung eines Pfades“ (S. 272).

„Während ich gehe, leuchten in meiner Erinnerung Szenen auf, die ich unterwegs auf meinen Wegen erlebt habe, schnell und klar wie Dias: das grün phosphoreszierende Kielwasser der Jubilee auf ihrer Fahrt nach Norden, nach Sula Sgeir, die weißen Pfade des englischen Kreidelands, Manus‘ Drei-Stein-Fährten mit ihren Tölpelscharen, die Spiegelwelt des Broomway. Erinnerungen des Körpers kommen hinzu: an den rauen Kalkstein in Palästina, die dünnen, drahtigen Nadeln in den spanischen Kiefernwäldern, den unter den Füßen so weichen Sandsteinstaub der Black Mountains. Die sinnliche Wahrnehmung von Enge und Weite: die Bienenkorbhütte im offenen Moor von Lewis, der kleine kühle Raum im qasr bei Ramallah, das dunkle glasklare Wasser unter dem Steinbogen auf den Shiant-Inseln. Und so viele Menschen, so viele Wanderer und Pfadläufer.“ S. 319

 

Ein weiteres Buch von Robert Macfarlane, „Die verlorenen Wörter“ hatte „Lesen in vollen Zügen“ kürzlich vorgestellt:

https://leseninvollenzuegen.wordpress.com/2018/11/25/review-die-verlorenen-woerter/

Verlagsseite mit Autoreninterview und Leseprobe:

https://www.matthes-seitz-berlin.de/autor/robert-macfarlane.html

 

Readers in English language may have a look at the publishers page:

https://www.penguin.co.uk/books/56083/the-old-ways/9780141030586.html