Frohe, friedliche und gesegnete Weihnachtstage mit Impressionen vom Christkindlesmarkt wünscht sehr herzlich aus Nürnberg Euer Bernd
Am Freitag vor dem 1. Advent eröffnete das Nürnberger Christkind das Geschehen und lud zu seinem Markte ein. Der frisch gewählten Nelli Lunkenheimer gelang dies allerbestens. Dazu gab es auch Schnee auf den Dächern der Marktbuden.
Die Wintersonne vom letzten Montag ermöglichte auch ein paar schöne Fotos:










Um 12 Uhr an der Frauenkirche ist schon einiges los auf dem Hauptmarkt. Ein Fürther findet sich dazu ein: Volker Heißmann von der Komödie Fürth kommentiert das „Männleinlaufen“ der Kurfürsten um den Kaiser mit Sachkenntnis und Gschmarri für sein Fernsehprogramm.
Die Rauschgoldengel, Zwetschgenmännla, Teddybärla und Räuchermännla finden ihr Publikum zum Betrachten oder Erwerben. Das Lebkuchenhaus weckt kindliche Erinnerungen. Auf dem Hans-Sachs-Platz beleben ein historisches Karrussell, das Riesenrad und die Eisenbahn die Kinderweihnacht. Die dortige Krippe aus großen Holzfiguren mag ich fast lieber als die Kunstfiguren auf dem Hauptmarkt, die mit Drahtzaun vor Münzwürfen und eventuellen Beschädigungen geschützt werden.
Mein Lieblingsort ist der Markt der Partnerstädte auf dem Rathausplatz. Rund 20 Sister Cities und befreundete Orte bringen künstlerische, handwerkliche und kulinarische Schätze mit. Nachdenkliche Solidarität ist zu spüren an den Ständen der Städtepartnerschaft Charkiv (Ukraine) und der Partnerschafts-Initiative Nablus (Westjordanland). Für ein Heißgetränk wähle ich den Kinderpunsch mit Traubensaft, Orange und Minze beim Partnerschaftsverein Hadera (Israel): „Happy Chanukka“.
Zum Besuch des Christkindlesmarktes gehört für mich auch das Gedenken an die Vorgeschichte. Die Frauenkirche wurde auf den Grundmauern der vormaligen Synagoge errichtet, die beim Pogrom 1349 abgerissen wurde. Unter dem Pflaster des Hauptmarktes befinden sich steinerne Reste des jüdischen Viertels.
Das Format des Christkindlesmarktes mit Eröffnung und Gestaltung geht auf die Nationalsozialisten von 1933 zurück. Es gab Jahre, in denen ich dort nicht hingehen konnte und wollte.
Der Kindleinsmarkt geht im 16. und 17. Jahrhundert zurück auf die weihnachtliche Kinderbescherung von Martin Luther.
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern hat sich vor gut dreißig Jahren in Studien und Erklärungen deutlich von Luthers Antijudaismus distanziert.
Dafür war und bin ich dankbar, gehe wieder auf den Markt – nachdenklich.
Liebe Leserinnen und Leser, alle guten Wünsche für frohe, friedliche und gesegnete Weihnachtstage sendet mit herzlichen Grüßen aus Nürnberg Euer Bernd