Rafik Schami: Die geheime Mission des Kardinals

Rafik Schami, Die geheime Mission des Kardinals, Roman, Carl Hanser Verlag, München 2019, 431 Seiten. Readers in English Language please checkout here.

Im Jahr 2010 spielt Rafik Schamis Roman – vor der Bürgerbewegung und dem Krieg in Syrien. Kommissar Barudi zählt bereits die Tage bis zu seinem Ruhestand und übernimmt seinen letzten Fall. Kardinal Cornaro wird tot in einem Fass Olivenöl der italienischen Botschaft in Damaskus angeliefert; von seinem Begleiter, einem Pater, fehlt jede Spur. Um Verwicklungen mit Italien und dem Vatikan zu vermeiden, wird Barudis famoses Team mit den Ermittlungen beauftragt und der römische Commissario Mancini hinzugezogen – der Beginn einer kollegialen Freundschaft.

Rafik Schami schildert die Ereignisse beim Vorgehen der Kriminalpolizei in Konkurrenz zum Geheimdienst des Regimes, mit dem er nichts zu tun haben will. Welche Rolle spielen die Wunderheilerin, der Bergheilige und die kirchlichen Würdenträger?

In Erzählung und Tagebuch-Eintragungen erfahren wir nicht nur von Barudis früheren Kriminalfällen, sondern auch von seiner verstorbenen Ehefrau. Deren Pflegesohn wird im weiteren Verlauf eine wichtige Rolle einnehmen in der Islamisten-Zone. Barudi und Mancini, der seine Erfahrungen aus dem Anti-Mafia-Einsatz in Italien mitbringt, geraten in Gefahren.

„Und du kannst dich immer daran erinnern, wer dir eine Geschichte erzählt hat?“, fragte ich. „Nicht immer, aber eigentlich tut das nicht viel zur Sache. Niemand wird seine Geschichte, wenn ich sie gewürzt habe, wiedererkennen.“ Seite 87

„Heute hat Ali gesagt: „Wer gegen das Unrecht kämpft, wird sich nie langweilen.“ Er hat recht. Ich fühle Enttäuschung, Freude, Befriedigung, Genugtuung, Müdigkeit, Niedergeschlagenheit und vieles andere mehr, aber Langeweile kenne ich nicht.“  Seite 134

„Mancini sagte vorhin zu mir: „Fanatiker kennen keinen Zweifel, deshalb sollte man Kindern in der Schule von der ersten Klasse an die Philosophie des Zweifelns beibringen.“ Seite 333

„Gegen elf Uhr setzten sich Barudi und Mancini an Barudis Laptop. Assistent Ali hatte sich per E-Mail gemeldet:  Ich habe bei Gott eine Verlängerung des Tages auf 36 Stunden beantragt. Antrag wurde abgelehnt. Liebe Grüße, Ali.“ Seite 339

Beeindruckend, wie Rafik Schami von Syrien erzählt, analytisch und kritisch, von Glauben und Aberglauben, über die Liebe …

 

Verlagsangaben mit Leseprobe:

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/die-geheime-mission-des-kardinals/978-3-446-26379-6/

Bei wordpress besprechen das Buch unter anderen:

https://thebootedkat.wordpress.com/2019/07/22/in-einer-zerbrechlichen-welt/

Bücheratlas:

Rafik Schami setzt seinen Kommissar auf einen Kardinal im Olivenfass an

 

„Bis zum Firmament“ * Bardentreffen 2018

Bürgerglück ist für mich, mit den lieben Kolleg*innen aus der letzten Arbeitssitzung zum Bardentreffen und in die Ferien zu gehen. „Liniker e os caramelos“ aus Brasilien eröffnen das Programm des Weltmusik-Festivals am Freitagabend auf dem Hauptmarkt.

In St. Katharina spielen anschließend Aeham Ahmad & das Edgar Knecht Trio ein wunderbares Konzert. Der syrische Pianist und das deutsche Jazz-Team lassen arabische und deutsche Lieder ineinander fließen. Das Motiv der „Königskinder“ erklingt zweimal. Die deutsch-syrische Version von „Die Gedanken sind frei“ tönt mit anverwandelnden Arabesken als vertrautes Schmuckstück.

Wie mag es sich für einen syrischen Musiker, der im Krieg inmitten der Ruinen mit den Kindern musiziert hatte, jetzt anfühlen, in der Ruinen-Konzertstätte von St. Katharina aufzutreten, der Kirche des Klosters der Dominikanerinnen, die 1945 zerstört wurde?

So gibt Aeham Ahmad mit dem Edgar Knecht Trio das Lied „To those in the waves“ – gewidmet den Menschen auf dem Mittelmeer – und „Green Peppermint“. Ein leises Konzert mit lebhaften Elementen. Wie der Bassist orientalische Motive aufgreift, der Schlagzeuger die wandelnden Rhythmen auslegt, Edgar Knecht und Aeham Ahmad gemeinsam und abwechselnd in die Tasten greifen – dies schließt an den Meistersang, der ab 1620 in St. Katherina ein Zuhause hatte.

Nachdem die Musiker ihr deutsch-syrisches Schlaflied ausklingen lassen, taucht der Mond mit Mondfinsternis auf, über St. Katherina.

„Bis zum Firmament“ singt am Samstagabend auf dem Sebalder Platz Elif ihr Lied in den nächtlichen Himmel. Sie hatte sich vorgestellt als Gastarbeiterkind der dritten Generation, und wir hören ihre Lieder der Selbstvergewisserung inmitten der Familie, der Beziehungen und der Kulturen. Elif zeigt die Qualitäten einer Liedermacherin, mit ihrer Band eine Party-Musikerin wie einer deutsch-türkischen Brücken-Sängerin. Mit eindrucksvoller Stimme vertont sie ihre eigenen Lieder und abschließend Marlene Dietrichs „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre.“

Zuvor fiel die angekündigte schottische Band aus, weil ihr Flug aus Amsterdam nicht rechtzeitig eintraf. Es wurde nicht mitgeteilt, ob dies an den westlichen Wetterlagen lag, den Einschränkungen auf dem Münchner Flughafen oder an den Streiks der Billigfluglinie. Natürlich hätte ich die Schotten gerne gehört, gleichwohl gibt es beim Bardentreffen an jeder Ecke engagierte Musik und dazu überall Freunde, Gäste und Bekannte für Gespräche.

Unter den vielen Leckerbissen des starken Programms am Sonntag wähle ich den Auftritt von „Hans Well & Wellbappn„. Vater Hans bietet mit den Töchtern Sarah und Tabea sowie dem Sohn Jonas ein „bayerisches Gesangs-Kabarett erster Klasse“. Sie nehmen sich selbst auf die Schippe, die Gesellschaft, das Zeitgeschehen, mit Vorliebe und herrlich gereimten Liedern die bayerische Politik. Der Sebalder Platz füllt sich restlos; das Pulikum besetzt selbst Ecken ohne Bühnenblick – daher gibt es hier kein Foto – und lauscht begeistert.

Bei Temperaturen bis zu 35 Grad ist allen beteiligten Musiker*innen besonders zu danken, den Festival-Mitarbeiter*innen und fleißigen Gastronom*innen, die unentwegt Fässer rollen und vielfältige Speisen zubereiten.

„Vorfreude ist die schönste Freude: Das Bardentreffen findet wieder vom 26. bis 28. Juli 2019 in der Nürnberger Altstadt statt.“

Ausgewählte Video-Mittschnitte, Audio-Aufnahmen, Bilder und Interviews präsentiert der Bayerische Rundfunk, Studio Franken, Hörfunk und Fernsehen.

 

 

 

 

Looking forward * Vorfreude auf das Bardentreffen

Readers in English language please check out Nurembergs World Music Festival here. Welcome und willkommen zum Bardentreffen vom 27. bis 29. Juli 2018 in Nürnberg.

RHYTHMANDPOETRY ist das diesjährige Motto des 43. Bardentreffens. Dazu hat das Projektbüro im Kulturreferat Rapper*innen aus aller Welt eingeladen, die sich mit weiteren Weltmusikern und Liedermacherinnen treffen. Wenn sich die Plätze, Straßen und Gassen in der Nürnberger Altstadt wieder von Klängen und Rhythmen erfüllen, werden die Sommerferien eingeläutet.

Das Programmheft ist bereits erschienen. Auf eine detaillierte Buchbesprechung des 130-Seiten-Bildtextes verzichte ich hier. Manchmal erstelle ich mir eine persönliche Besuchs-Vorschau – in anderen Jahren lasse ich mich ein auf das bewegende Treiben in der Stadt und die spontanen Begegnungen mit Freunden und Bekannten. Nicht nur das offizielle Bühnen-Programm, sondern gerade auch die vielen Straßenmusikanten darum herum am „Festival fringe“ machen die Atmosphäre dieser musischen Tage in Nürnberg aus. Womöglich fällt meine Wahl auf:

  • Aeham Ahmad & Edgar Knecht Trio
  • Anna Depenbusch
  • Hans Well & Wellbappn – und oder
  • Pam Pam Ida

„Mit Thomas Gottschalk als Moderator und Sängern wie Heinz Rudolf Kunze, Klaus Lage und Thommie Bayer als Debütanten, entstand das Bardentreffen 1976 als Liedermacher-Wettbewerb zum 400. Todestag des Nürnberger Schuster und Poeten Hans Sachs, der als Bühnenfigur in Richard Wagners „Meistersinger“-Oper bis heute fortlebt.“

Das Hans-Sachs-Jahr 1976 und erste Bardentreffen fällt in die Amtszeit des Nürnberger Schul- und Kulturreferenten Hermann Glaser, der in dieser Woche 89-jährig verstorben ist. Bis in seine letzten Tage verfolgte er neue Buch-Projekte und zeigte „Nürnberger Witz“. Das Andenken stimmt mich traurig und dankbar.

Hier meine Rückblicke auf die Bardentreffen 2016 und 2017.

Das Programm 2018 mit allen beteiligten Musikerinnen und Musikern verweist auch auf deren Internet-Seiten mit ihren Internet-Auftritten zum Vorhören. Wie immer: Eintritt frei – freiwillige Unterstützung mit der Pin-Nadel und Wahrnehmung der Gastronomie. Willkommen in Nürnberg zum Bardentreffen!

 

2017 Nuremberg International Human Rights Award: „Group Caesar“

Appreciation in English language please see below.  Die Jury des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises zeichnete in diesem Jahr die „Gruppe Caesar“ aus:

„Preisträger ist die Gruppe Caesar

Die Preisverleihung findet am Sonntag, den 24. September 2017, im Nürnberger Opernhaus statt. Die Jury begründete ihre Entscheidung folgendermaßen:

„Caesar“ ist der Deckname eines ehemaligen syrischen Militärfotografen, der über 50.000 Fotos aus dem Land gebracht hat, darunter 28.000 Bilder von Gefangenen, die in syrischen Gefängnissen durch Folter, Hinrichtungen, Krankheit, Unterernährung oder andere Misshandlungen getötet worden waren.

Nach Ausbruch des Bürgerkrieges 2011 hatte er den Auftrag, Leichen von syrischen Soldaten wie auch Oppositionellen zu fotografieren und diese Bilder systematisch zu archivieren, was inzwischen als „Bürokratie des Todes“ bezeichnet wird. Caesar litt massiv unter dem, was er täglich sah und erlebte; er kopierte die Bilder heimlich und schmuggelte sie mit Hilfe von Unterstützern aus dem Gefängnis und aus dem Land.

Im August 2013 verließ er Syrien mit seiner Familie und dem Vorsatz, die Verbrechen an den Gefangenen, die ihn nicht mehr losließen, an die Öffentlichkeit zu bringen. Im Januar 2014 wurden die Fotos im Internet veröffentlicht. Der im Januar 2014 erschienene Bericht einer Untersuchung, die von ehemaligen Chefanklägern internationaler Strafgerichte geführt wurde, bestätigte, dass Caesars „Beweise verlässlich waren und in jedem nachfolgenden Prozess ohne Risiko verwendet werden könnten“.

Der Leiter der Untersuchung, Desmond De Silva, beschrieb seinen Bericht als „einen rauchenden Colt“, als den Beweis für Morde in „industriellem Ausmaß“ durch das syrische Regime. Human Rights Watch bestätigte die Echtheit der Fotos in dem im Dezember 2015 veröffentlichten Bericht „Wenn die Toten sprechen könnten. Massenmorde und Folter in syrischen Gefängnissen“.

Die Jury spricht ihre Anerkennung auch der Entschlossenheit und Beharrlichkeit der investigativ tätigen französischen Journalistin Garance Le Caisne aus. Als diese Kenntnis von den Fotos erlangte, konnte sie nach monatelanger Recherche Kontakt zu Caesar aufnehmen, der sich nach anfänglichem Zögern aus Angst um seine eigene Sicherheit und die seiner Familie doch zum Interview bereit erklärte. Aus den Gesprächsmitschnitten und weiteren Interviews mit ehemaligen Häftlingen entstand das Buch „Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie“. Caesar lebt heute versteckt in Nordeuropa und wird den Preis persönlich nicht entgegennehmen können.

Im syrischen Bürgerkrieg werden extreme Menschenrechtsverletzungen von allen Konfliktparteien begangen. Laut dem Bericht von Amnesty International vom August 2016 sollen allein in den syrischen Gefängnissen seit 2011 mehr als 17.700 Menschen getötet worden sein. In der Folter wird die Verletzlichkeit eines Menschen gezielt ausgenutzt in der Absicht, den Willen dieser Person zu brechen, um ihr dadurch Informationen abzupressen, sie zu demütigen, sie einzuschüchtern oder im schlimmsten Fall zu vernichten.

Folter und andere Formen grausamer und unmenschlicher Behandlung sowie Bestrafung sind in internationalen Menschenrechtsabkommen, etwa der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen von 1984 vollständig und ausnahmslos verboten. Trotz der Ratifizierung durch 147 Staaten wird systematische Folter in mehr als 100 Ländern angewandt, vor allem in solchen, in denen Diktatoren oder autoritäre Regime herrschen.

Caesar und seine Kollegen wurden von dem Verlangen angetrieben, dafür zu sorgen, dass die dokumentierten Menschenrechtsverbrechen nicht straflos bleiben. Dafür nahmen sie große Gefahren auf sich. Mit der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an die Gruppe Caesar will die Jury auch an die Geschichte Nürnbergs als Wiege des modernen Völkerstrafrechts anknüpfen.“

Quelle:  https://www.nuernberg.de/internet/menschenrechte/jurybegruendung_caesar.html

Den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis 2017 nahm stellvertretend für den ausgezeichneten Fotografen und seine Gruppe die Journalistin Garance Le Caisne in Empfang. Wie die Presse berichtet, konnte der Fotograf einige Tage später einen Besuch in Nürnberg machen.

Bei der Friedenstafel im Anschluss an die Preisverleihung kommen viele Nürnberger zusammen auf dem Kornmarkt bei der „Straße der Menschenrechte“ und sprechen über die Preisverleihung. Die Fotografien der Gruppe Caesar wurden dazu in der Galerie Kreis ausgestellt.

Human Rights Watch hat in einer Studie die Fotografien als authentische Dokumente erkannt. Einige Angehörige der Folteropfer und Todesopfer haben ihre Verlorenen auf den Fotografien erkannt, können und werden strafrechtlich und völkerrechtlich vorgehen.

Einige Freunde sagten, die Aufnahmen erinnerten sie an die Fotografien der Opfer der Konzentrationslager. In der Ausstellung sehen wir ins Antlitz von gefolterten und gemordeten Menschen in Syrien, sehen die geschundenen Körper und lesen die Aussagen mehrer Angehöriger.

Le Caisne, Garance, Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie, C. H. Beck Verlag:

http://www.chbeck.de/le-caisne-codename-caesar/product/16128742

https://www.nuernberg.de/internet/menschenrechte_e/jury_appreciation_caesar_e.html

2017 Nuremberg International Human Rights Award

The jury gave the following reasons for its decision:

“Caesar” is the code name of a former Syrian military photographer who brought over 50,000 photographs out of the country, 28,000 of which show detainees in Syrian prisons killed by torture, outright execution, disease, malnutrition or other ill-treatment.

After the start of the civil war in 2011, his task was to photograph the corpses of both dead Syrian soldiers and political opponents, and to systematically archive those photographs in what has been called a „bureaucracy of death“. Caesar suffered immensely, seeing and experiencing this every day; he secretly copied the images and, with the help of supporters, smuggled them out of the prison and out of the country.

In August 2013, he left Syria with his family with the intention of making public the crimes committed against the prisoners which kept haunting him. In January 2014, the photographs were published on the internet. The report of an enquiry led by three former chief prosecutors of international criminal tribunals published in January 2014 confirmed that Caesar’s „evidence was reliable and could safely be acted upon in any subsequent judicial proceedings“.

The chairman, Desmond De Silva, described his report as „the smoking gun“ showing evidence of „industrial-scale“ killing by the Syrian regime. Human Rights Watch confirmed the authenticity of the images in an 86-page report „If the Dead Could Speak. Mass Deaths and Torture in Syria’s Detention Facilities“ published in December 2015.

The jury also wishes to recognise the determination and tenacity of French investigative journalist, Garance Le Caisne. When she got to know about the photographs, after months of research she was able to contact Caesar who after hesitating at first, fearing for his own and his family’s safety, finally consented to be interviewed by her. The recordings of the conversation and of further interviews with former prisoners were the basis for the book „Opération César: Au coeur de la machine de mort syrienne“ (Operation Caesar. In the Heart of the Syrian Death Machine). Caesar now lives in hiding in Northern Europe and will not be able to receive the award in person.

In the Syrian civil war, extreme human rights violations have been committed by all sides of the conflict. Since 2011, according to the report by Amnesty International of August 2016, over 17,700 people are said to have been killed in Syrian prisons alone. Torture is the purposeful exploitation of the vulnerability of a human being, with the intention of breaking this person’s will and of extorting information in this way, of humiliating, intimidating and in the worst case eliminating this person.

Torture and other forms of cruel and inhumane treatment as well as punishment have been banned completely and without exception by international human rights agreements such as the Anti-Torture Convention of 1984. Although 147 states have ratified this convention, torture is still systematically used in over 100 countries, mainly in those where dictators or authoritarian regimes rule.

Caesar and his colleagues have been driven by a desire to ensure that there is no impunity for documented human rights crimes, incurring major risks. By awarding the Nuremberg International Human Rights Award to Group Caesar, the City of Nuremberg builds on its history as the cradle of modern international criminal law.

Freiheit. Schüleraufsatz in einer Willkommensklasse

Freedom. Please notice the blog of Emmanuelle Chaze in English language, link see below.

„Freiheit

Freiheit ist ein Begriff, der sich eine Meng Bedeutungen hat. Freiheit ist eine große Welt, die viele Teile enthält.

Freiheit sollte sich überall befinden, in jedem Land, jedem Haus und jeder Familie, einfach auf der ganzen Welt. Aber heutzutage hat die Freiheit ihre Bedeutung verloren. Die Starken regeln die Schwachen, die Reichen überfahren die Armen und, Präsidente töten ihre Völker. Warum!! gibt es einen grund? Weil einer Seine Meinung sagte? Oder velleicht weil einer sich beschwerte weil er Geld braucht um seine Kinder zu füttern oder weil einer andere glaben hat!? gibt mir einen überzeugenden Grund! . Ein Kind wird getötet, weil sein Vater nicht zur armee ging? Was ist seine Schuld ?!! . Jugendliche sterben, weil sie demonstriet haben. Wo ist die Freiheit? warum können wir sie nicht einfach habt haben?? diese frage stellt sich in vielen Ländern aber ins besondere Syrien. Ich würde dem Syrischen Volk, den Kindern in Syrien und in allen anderen ungerechten Ländern.“

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Diesen Text sendet Emmanuelle Chaze in ihrem Blog:

https://berlinerdiary.com/2016/12/15/welcome-class-december-15th-2016/

 

 

„Über die Grenzen – Jacques Mourad und die Liebe in Syrien“: Navid Kermani zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels

„Beyond the Borders – Jacques Mourad and Love in Syria “
English version of the speech of Navid Kermani please see below.

 

Zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hielt Navid Kermani am Sonntag, den 18. Oktober 2015 in der Frankfurter Paulskirche eine Rede, die viele Gedanken und Kritik enthielt und hervorrief.

Navid Kermani erzählt von seiner Begegnung mit dem katholischen Priester Jacques Mourad in Syrien, der beispielhaft für die Begegnung von Christen und Muslimen wirkt, entführt und wieder befreit wurde. Als Orientalist erläutert Kermani die Situation im Nahen bzw. Mittleren Osten und spricht vom Verfall der islamischen Kultur, wobei er der Orthodoxie die Tradition des Sufismus gegenüber stellt. Die Analysen und Bewertungen Kermanis erscheinen mir so bedenkenswert wie sein schriftstellerisches Werk bemerkenswert. Zum Verständnis der Situation in Syrien, im Nahen und Mittleren Osten und damit der Fluchtbewegungen bietet die Rede aufschlussreiche Überlegungen.

 

„Über die Grenzen – Jacques Mourad und die Liebe in Syrien“

„An dem Tag, als mich die Nachricht vom Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erreichte, am selben Tag wurde in Syrien Jacques Mourad entführt. Zwei bewaffnete Männer traten in das Kloster Mar Elian am Rande der Kleinstadt Qaryatein und verlangten nach Pater Jacques. Sie fanden ihn wohl in seinem kargen kleinen Büro, das zugleich sein Wohnzimmer und sein Schlafzimmer ist, packten ihn und nahmen ihn mit. Am 21. Mai 2015 wurde Jacques Mourad eine Geisel des sogenannten „Islamischen Staats““

(…)

… Es ist beglückend zu sehen, wie viele Menschen in Europa und besonders auch in Deutschland sich für Flüchtlinge einsetzen. Aber dieser Protest und diese Solidarität, sie bleiben noch zu oft unpolitisch. Wir führen keine breite gesellschaftliche Debatte über die Ursachen des Terrors und der Fluchtbewegung und inwiefern unsere eigene Politik vielleicht sogar die Katastrophe befördert, die sich vor unseren Grenzen abspielt. …“

Der Text der Rede im Wortlaut zum Nachlesen auf der Seite des Friedenspreises des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:

http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/819312/

Die Rede als Audio-Mitschnitt des Hessischen Rundfunks zum Nachhören:

http://hessenschau.de/kultur/audio-980~_story-kermani-rede-friedenspreis-100.html

Und hier die Rede zum Ansehen in der ZDF Mediathek:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2517542/Friedenspreis-Kermanis-bewegende-Rede#/beitrag/video/2517542/Friedenspreis-Kermanis-bewegende-Rede

Auf der Seite des Friedenspreises findet sich eine Biografie Navid Kermanis mit einer Liste seiner Werke. Im Mai 2014 hatte er im Deutschen Bundestag eine Rede anlässlich der Verkündung des Grundgesetzes vor 65 Jahren gehalten, in der er die Sprache und Kraft des Grundgesetzes interpretierte.

http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/445722/?aid=970665

In der Süddeutschen Zeitung kommentierte Johan Schloemann und kritisierte die Aufforderung Kermanis an die versammelten Gäste in der Paulskirche zu einem Gebet:

http://www.sueddeutsche.de/kultur/oeffentliches-beten-so-geh-in-dein-kaemmerlein-1.2699166

„Beyond the Borders – Jacques Mourad and Love in Syria “

On the day I received the news of the Peace Prize of the German Book Trade, that same day, Jacques Mourad was abducted in Syria. Two armed men entered the monastery of Mar Elian on the outskirts of the small town of Qaryatain and called for Father Jacques. They seem to have found him in his bare little office, which also serves as his living room and his bedroom, grabbed him and taken him with them. On 21 May 2015, Jacques Mourad became a hostage of the so-called ‘Islamic State’.

For the English version of the speech please look here:

http://www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de/1038404/

Syrische Familie findet wieder zusammen – Reunion of a syrian family

English version see below –

Wie eine syrische Familie im Transit Camp Stadionbad Nürnberg wieder zusammen fand, erzählen die Freiwilligen auf der Facebook-Seite „Nürnberg engagiert“ in der Nachricht vom 15. Oktober 2015

„Update Situation Transitunterkunft Stadionbad:
Jetzt ist es spruchreif: Das Stadionbad wird dieses Jahr nicht mehr als Transitunterkunft genutzt, dafür ist es mittlerweile auch eindeutig zu kalt. Um einen Schlusspunkt für diese Situation zu setzen, habe ich hier noch eine rührende Geschichte für Euch:
Unter den rund 200 Personen, die vergangenen Dienstag kurzfristig bei Starkregen gegen 23 Uhr ankamen, war eine Frau mit ihren zwei Söhnen (etwa 3 und 10) aus Syrien. Sie sind auf dem Landweg zu uns gekommen und waren gut 3 Monate hauptsächlich zu Fuß unterwegs. Am Mittwoch, als die Busse ankamen, um die Flüchtlinge weiter zu bringen, blieb sie mit ihren Kindern „übrig“. Sie bestiegen keinen der Busse. Mit Hilfe der engagierten ehrenamtlichen Übersetzer konnte geklärt werden, dass sie auf ihren Mann warte, der bereits seit über einem Jahr in Deutschland ist. Sie haben sich 1 1/2 Jahre nicht gesehen. Via Handy konnte Kontakt zu ihrem Mann aufgenommen werden, der in einer Flüchtlingsunterkunft bei München untergebracht ist. Mit einem Bekannten, auch Syrer, machte er sich umgehend auf den Weg nach Nürnberg, um seine Familie abzuholen. Am Hauptbahnhof angekommen konnten beide, wieder mit Hilfe der Übersetzer, den doch nicht ganz unkomplizierten Weg zum Stadionbad finden. Die Familienzusammenführung brachte selbst gestandene Sicherheitskräfte aus der Fassung. Nach 1 1/2 Jahren, ohne Garantie sich jemals wieder zu sehen, war die Freude auf beiden Seiten riesig. Für die Kleinen ging die Sonne auf, als sie ihren Papa sahen und auch die Eltern waren sichtlich gerührt. Der Mann sprach schon gut Deutsch und konnte ein wenig berichten, hauptsächlich war er jedoch und verständlicherweise seiner Familie zugewandt. Auf Augenhöhe diskutierte er mit seiner Frau und herzte die Kinder. Die Kleinen hingen an den Beinen der Eltern. Auch der Bekannte sprach gut Deutsch und war offensichtlich schon gut integriert, weswegen er sich wohl überhaupt im Deutsche-Bahn-Dschungel zurechtfand. Zu fünft brachen sie dann wieder auf Richtung München, zum Nürnberger Hauptbahnhof wurden sie von einer Freiwilligen gebracht. Übrig blieben aber die Kunstwerke des Jüngsten, die er während der Wartezeit im Stadionbad zusammen mit seiner Mutter gemalt hatte….
Die Deutschkenntnisse der beiden Syrer, des Papas und seines Bekannten, haben uns sehr beeindruckt. Und auch der Umgang zwischen den Eheleuten und der Kinder war sehr bemerkenswert. Für uns war diese rührende und liebevolle Szene wichtig, um zu sehen, wofür wir arbeiten, uns engagieren und die ein oder andere Nacht im Regen schuften. Das wollten wir mit Euch teilen.“

English version:

Reunion of a syrian family, told by volunteers

On Tuesday, 6th October, around 200 people arrived at the transit camp at 11 p.m. during pouring rain. Among them was a woman from Syria with her two sons, around three and ten years old. They had been travelling for almost three month, most of it by foot. On Wednesday, when the busses came, to take the guests to the refugee centers, the family stayed behind at the camp and did not enter on of the busses. Talking to the family, our volunteer translators found out, that they were waiting for their husband and father, who stays in Germany already for more than a year. They had not seen each other for one and a half years. Via mobile phone they could get in touch with the husband who stays at a refugee accomodation in the Munich region. Together with a friend, he immediately set off to catch his family at Nuremberg. With the assistance of the translators, they made their way from the central station to the transit camp, which is not easy to find for someone who does not know the place.

The family reunion was moving, even for security and service personnel with experience. After one and a half years, it was great happiness on both sides. It was a sunrise for the boys to meet their father again, and the parents were touched deeply. The man speaks a good German already and so he could report a bit, but of course mainly talked to his wife and children. They talked to each other and hugged the children who stuck to their legs. The syrian friend also spoke a fluent German, so they could make their journey on the German Railway transport. So the five of them left the camp and headed for the home at Munich. A volunteer took them to the central train station. What remained at the camp were the drawings of the young boy which he did together with his mother while waiting.

The family was very impessive to us, also the knowledge of the German language of both of the Syrians. This loving scene and touching story is important to us. We see what and whom we are working for and why we spend nights out in the rain. This we want to share with you.