Nix Halbes und nix Ganzes

So, bevor ich von meinem missglückten Teppich aus dem nun vergangenen Jahr berichte, zeige ich erstmal wirklich nette Bilder von umhäkelten Bäumen , die ich auf unserem Kurztrip nach Teneriffa in der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife sah. Teneriffa gefiel mir überraschend gut, und eigentlich war ich nur auf Licht, Wärme und Sonne aus. Aber es kam viel besser . Wir landeten im coolen Kitesurfer -Ort  El Medano, der glücklicherweise nix mit meinen Teneriffaklischees gemein hatte. Stattdessen belebtes Fischerdorfleben, urbaner Stadtstrand und tolle Bucht mit Wind und Sonne, ohne das Gefühl in einer Touri – Hochburg gelandet zu sein.

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Man beachte die gehäkelten Kugeln im letzten Bild !

Wer mal nach Santa Cruz kommt, findet diese Bäume  entlang der zentralen Fussgängerzone.

Jetzt aber zum Teppich.

Ein langwährendes Projekt. Angefangen 2013 mit Lamawolle aus einem Lamagestüt in Österreich

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Fing ganz gut an, allerdings die Garnkalkulation war schwierig und mein Rohmaterial ging schneller zur Neige als erwartet. Eine Nachbestellung beim Lamagestüt gestaltete sich äußerst schwierig. Irgendwann hatte  ich Kontakt und mir wurde im knackigen Kärntner Dialekt mitgeteilt, dass ich auf die Sommerschur würde warten müssen. Dann aber würde ich Nachschub bekommen.  Darauf hin machte der Teppich erstmal Pause und ruhte auf dem Webstuhl der VHS. In der Zwischenzeit wurde Trellis gewebt und ich wartete auf den Herbst.

Leider war ich sehr enttäuscht, als dann endlich nach vielem Hin- und Her  mit dem Lamagestüt  ( der Herr war ja nett , aber leider ziemlich unzuverlässig im Bezug auf Emails. Erst ein Telefonat, dass aufgrund sprachlicher Barrieren eine echte Herausforderung war, kam die Bestellung verbindlich zustande)

Die Wolle unterschied sich farblich total von dem was ich hatte.

Egal es wurde weitergesponnen und gewebt . Heraus kam ein Teppich , der sich herrlich anfühlt, aber überhaupt nicht das ist , was ich machen wollte. Naja und ich bin ganz schön unzufrieden. Aber auch das gehört wohl zum Weberleben.

So sah er nach dem Abschneiden aus:

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nix Halbes und nix ganzes

Ich hatte mal einen schönen Plan und so hätte er aussehen sollen ( Fotomontage macht`s  möglich;O(

Ohne Titel

Jetzt habe ich den Übergang, den ich ziemlich abrupt finde, mit einer kleinen Stickerei versehen und das Ganze sieht ein bisschen harmonischer aus. Naja und da vor der Treppe  erfüllt er seinen Zweck.

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Jedenfalls habe ich wieder was gelernt!!

Sorge immer dafür, dass du ausreichend Material für ein geplantes Projekt hast, bevor du anfängst!!

Das Weben war mir über die Ferien dann erstmal ein bisschen vergangen und ich hab mich mit kleinen Strickereien abgelenkt . Untern seht ihr Frost on Leaves von Midori Hirse und den Rikke Hat.

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So jetzt aber genug gejammert . Es wird auch schon wieder gewebt und ich habe schon wieder so viele Webpläne, dass ich für die nächsten Jahrzehnte zu tun haben werde.

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Und schließlich lerne ich ja aus meinen Misserfolgen !!

 

Jetzt gibt`s noch `nen kleinen Nachtrag. Den ganzen Abend habe ich an einem Webzettel geknobelt .Und so sieht er aus:

Webzettel

Wer mag kann sich die PDF Datei mit folgendem Link laden und ausprobieren.

Webzettel neu Kopie

Über Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen!

Novemberworks

Kürzlich aktualisiert2Es wird ja nicht nur gestrickt oder gewebt … Manchmal nähe ich auch.Nicht besonders gut und ich mag es , wenn mal ganz schnell was fertig wird . Also kurz und knackig ;O)

Ein Schnittmuster für eine Wendejacke lag schon lange im Regal. Inspiriert von den schicken Jacken von Ollie Zwitserlood ( ich hab schonmal drüber geschrieben) suche ich nach einem Prototyp für eine schöne Wendejacke. Das Schnittmuster für diese Jacke ist alt  und ich habe es bei Etsy entdeckt. IMG_4848

Aber einen Versuch war es wert. Allerdings war der Schnitt nicht so schön einfach und schlicht, wie ich gehofft hatte. Mit dem Doppelstrickstoff war es aber ganz gut umzusetzen, so dass  sogar kein großes Kanten versäubern nötig war und die schöne Doppeleigenschaft des Stoffes gut rauskam.

Und wenn wir grad bei doppelt und zum Wenden sind… muss ich natürlich auch den schicken Topflappen zeigen, den ich jetzt gehäkelt habe.

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Nachdem ich zuletzt das schöne Häkelbuch von Maria Gullberg vorgestellt hatte , brachte Claudia einen alten Topflappen mit zum Weben. „Dreckig und speckig“ aber schließlich schon seit der Hochzeit in Gebrauch. Und ganz interessant gehäkelt!! Aber wie??

IMG_4743 IMG_4747 IMG_4746Ich hab ihn mit nach Hause genommen und zu knobeln begonnen. Das Prinzip hatte ich schnell raus, aber wie der Anfang geht…? Da half mir ein nettes Tutorial von Wollerausch.

So und was hab ich noch gemacht…?

Zwei kleine Nadelkissen für die netten Gasteltern (und Vertretungsgasteltern) meines Sohnes während seines Austauschjahres in den USA für`s Weihnachtspäckchen.

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Frühlingsjäckchen Anleitung ;O) Prokrastination –

Wikipedia schreibt zum Thema Prokrastination: Aufschieben, auch Prokrastination genannt (lateinisch procrastinatio ‚Vertagung‘, Zusammensetzung aus pro ‚für‘ und cras ‚morgen‘), Erledigungsblockade, Aufschiebeverhalten, Bummelei.

So ging es mir heute auch. Eigentlich sollte meine Philosophie Hausarbeit über das Leib-Seele- Problem endlich mal Formen annehmen. Aber da muss ich natürlich erstmal Dinge abarbeiten, die ich mir ja schon lange vorgenommen hatte. Außerdem gab`s den besonderen Wunsch von Hortense , dem ich heute sehr gerne entspreche ;O)

Deshalb folgt nun an dieser Stelle die schon lang angekündigte Übersetzung  des Frühlingsjäckchens  (siehe meinen Blogeintrag vom April und Juni  2014) von und mit freundlicher Genehmigung von Crystal Spacer .

Frühlingsjäckchen – Corinne

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Größen
XS[S, M, L, 1X, 2X, 3X] (mein Frühlingsjäckchen wurde in Größe M gestrickt)
Fertige Maße
Brustumfang: 83 [91, 100, 109, 124, 133, 142] cm
Länge Rückenmitte: 46[47, 49, 50, 52,5, 55, 57] cm
MATERIAL
• Garn Madelinetosh Tosh DK [100% superwash merino wool; 225yd/206m per 100g skein]; color: Molly Ringwald; 5[5, 6, 6, 7, 7, 8] Stränge
• Garnreste , meist Holst Garn Supersoft ( Lauflänge 575m /100g) und selbstgesponnene Garnreste unbestimmter Garnstärke
• Maschenmarker
• Weitere Rundnadeln um angestrickte Reihen zu sichern/ still zu legen
• Nähnadel
• 8 Knöpfe ( erst kaufen, wenn die Jacke fertig ist, um die Knopfgröße richtig zu ermitteln)

Vorgeschlagene Nadelstärke
Rundnadeln 3-4mm
Maschenprobe [Je nach individueller Maschenprobe sollte mit den gewählten Stricknadeln ein 4 inches ( 10,1cm) großes Quadrat entstehen ]
20 Maschen 40 Reihen im Garter stitch / Kraus rechts gestrickt ( Hin- und Rückreihe rechts stricken)

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Die Abbildung oben ist das Original. Maße sind hier in Inches angegeben .
1 inch – 2,54 cm

Linkes Vorderteil
Auf der Rundstricknadel Maschen anschlagen: 90[92, 96, 100, 104, 109, 113] M. Nicht zu einer Runde verbinden . Strickstück wird längs hin- und her gestrickt.
Falls die Jacke etwas länger werden soll , einfach ein paar Maschen mehr aufnehmen. 5 Maschen mehr verlängern die Jacke um ca 2,5 cm.
Die zusätzlich aufgenommenen Maschen werden gestrickt, bevor der erste Maschenmarker gesetzt wird.
1. Reihe ( RS =Right side = Vorne): 55[56, 59, 62, 65, 69, 73] Maschen , Maschenmarker setzen, 17[17, 17, 17, 17, 18, 18] M, Maschenmarker setzen,14[15, 16, 17, 18, 18, 18] M, Maschenmarker setzen,
4M
7 Reihen stricken
Sequenz mit verkürzten Reihen:
◦ Reihe 1 ( Vorne) bis zum ersten Maschenmarker stricken, wenden
◦ Reihe 2, 4, 6 (Rückseite) bis zum Ende stricken
◦ Reihe 3( Vorne RS ) bis zum zweiten Maschenmarker stricken, wenden
◦ Reihe 5 (Vorne , RS) bis zum dritten Maschenmarker stricken, wenden
◦ Reihe 7-8 alle Maschen stricken

Sequenz mit verkürzten Reihen 9[10, 11, 12, 14, 15, 16] wiederholen .
Reihe 1-7 noch einmal stricken.

Linker Ärmel
Nächste Reihe ( Rückseite) 35[36, 39, 42, 45, 49, 53] M stricken, die übrigen 55[56, 57, 58, 59, 60, 60] Maschen auf einer extra Rundnadel stilllegen . Wenden
40[43, 43, 45, 45, 48, 48] Maschen aufstricken / aufnehmen. Mit Beginn der nächsten Reihe müssten 75[79, 82, 87, 90, 97, 101]M auf der Nadel sein.
Auch die Ärmellänge kann mit zusätzlicher Maschenaufnahme variiert werden.
Stricke Reihe 1-8 der Sequenz mit verkürzten Reihen 13[14, 15, 16, 17, 18, 19] mal. Dann noch einmal Reihe 1-7

Rücken
Nächste Reihe ( Rückseite) 35[36, 39, 42, 45, 49, 53] Maschen stricken, die übrigen 40[43, 43, 45, 45, 48, 48] Maschen auf einer Rundnadel stilllegen
Jetzt die stillgelegten 55[56, 57, 58, 59, 60, 60] Maschen vom unteren Vorderteil anstricken. Es müssten nun wieder 90[92, 96, 100, 104, 109, 113] Maschen auf der Nadel sein.
Stricke Reihe 1-8 der Sequenz mit verkürzten Reihen 19[21, 23, 26, 29, 31, 34]mal. Dann noch einmal Reihe 1-7

Rechter Ärmel
Wird wie der linke Ärmel gearbeitet

Rechtes Vorderteil
Nächste Reihe ( Rückseite) : 35[36, 39, 42, 45, 49, 53] Maschen stricken, die übrigen 40[43, 43, 45, 45, 48, 48] Maschen auf einer Rundnadel stilllegen
Jetzt die stillgelegten 55[56, 57, 58, 59, 60, 60] Maschen vom unteren Vorderteil anstricken. Es müssten nun wieder 90[92, 96, 100, 104, 109, 113] Maschen auf der Nadel sein.
Stricke Reihe 1-8 der Sequenz mit verkürzten Reihen 10[11, 12, 13, 15, 16, 17] mal.
3 Reihen stricken
Knopfloch – Reihe : 4 M, 1 Umschlag, 2M zusammenstricken, * 7[7, 8, 8, 9, 9, 9] M, 1 Umschlag, 2m zusammenstricken, ab * 2 mal wiederholen* bis zum Ende stricken
3 Reihen stricken, dann locker abketten.

Fertigstellen:
Ärmel zusammenstricken oder -nähen, Knöpfe annähen, Lose Fäden vernähen

corinneBEAUTY  Viel Spass beim Stricken!

Virktekniker – Häkeltechnik

Heute mal wieder ein kleiner Buchtipp.

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Beim Hemslöjdenverlag gibt es dieses schöne Häkelbuch.

Virktekniker, von Maria Gullberg

Ich hatte es online bestellt mit paypal gezahlt und in zwei Tagen war das Buch schon da!!

 

IMG_4710 Endlich mal interessante Häkelmuster. Zwar alles auf schwedisch, aber mit Häkelgrundkenntnissen, Google-Übersetzer und etwas Analysefähigkeit beim Betrachten der guten fotografischen Abbildungen im Buch kriegt man das Wesentliche schon raus.

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Der Trick besteht eigentlich im Rippenmuster, das die Grundlage für einige sehr effektvolle Muster ist , das entsteht wenn man die feste Masche nur in den hinteren Maschenbogen einsticht.

Außerdem gibts häufige Farbwechsel, so, dass man den Faden in der Kontrastfarbe unsichtbar mitnehmen , bzw. einhäkeln muss. So wie beim Mosaik- oder Intarsienhäkeln.

Alles eigentlich ganz einfach und logisch.

Macht viel Spass und sieht klasse aus!!

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Zeit zum Weben

Ich habe ein mal `ne Woche Urlaub und ein bisschen Zeit zum Weben.
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Der halbe Schal ist inzwischen gewebt. Das interessante System, bei dem nur die zu hebenden Schäfte angebunden werden und dadurch auch gleichzeitig zwei Tritte möglich sind gibt es auch in der finnischen Technik Kuvikas. Dadurch erhöhen sich natürlich die Möglichkeiten mit acht Schäften enorm.

IMG_4669 Blöderweise hatte ich die Farben genau verkehrt eingezogen. Das hat immer sehr irritiert, weil ich auf der Webanleitung immer umdenken musste. Jetzt habe ich mir das ganze nochmal umgeschrieben. Ein bisschen umständlich , weil ich nur eine Webprogramm-Demo-Version von PixeLoom habe. Da kann man halt nicht speichern und ausdrucken.

Aber mit Bildschirmfoto, Strg c + StrgV kriegt man doch auch eine brauchbare Vorlage zusammen – man muss sich nur zu helfen wissen .

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Das Webfach ist zwar nicht immer so schön, aber es geht inzwischen gut voran.

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Wie immer bei mir ganz langsam, denn da gibt es natürlich auch noch andere Projekte um die ich mich  kümmern muss (derzeit eine Hausarbeit fürs berufsbegleitende Studium , aber das gehört hier nicht hin ;O).

 

Webstuhl einrichten – mal etwas anders

Heute wird`s technisch.

Ich hab mir bei Marian Stubenitzki / Weefschool de Hoeve ein tolles Webkit für einen Schal in Deflected Doubleweave – gefilzt gekauft.

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So soll er mal aussehen!! Eine Farbe  gefiel mir nicht so gut und ich habe sie mit feinem ITO-Wollgarn ersetzt (ein schönes lebhaftes Braun). Das schwarze Garn ist feines Wollgarn von Venne.

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Schon beim Schären zeigte sich, dass das Venne Garn deutlich elastischer ist. Mal sehen, wie es sich später beim Filzen verhält.

Bei dem Schal gibt es drei Variationen für den Einzug. Entweder 4 Schäfte und 6 Tritte mit Pick-up-Stab, oder 8 Schäfte oder 8 Schäfte Kontermarsch mit 12 Tritten.

IMG_4373 Schären ging gut und das Aufbäumen ebenfalls (mittlerweile kann ich das sogar allein).

Da ich meinen Webstuhl für das letzte Projekt nur mit Einzeltritten und 4 Schäften bedient hatte, war es eine gute Gelegenheit endlich mal die komplette Verschnürung zu überarbeiten. So entschied ich mich auch gegen das Pick-up und für die 8-schäftige Verschnürung.

Dieser Webstuhl (Glimakra Aktiv) hat einen entscheidenden Nachteil, denn die Querschemel liegen alle auf einer Ebene. Das macht das Verschnüren sehr unübersichtlich. Da man kaum unterscheiden kann welcher Schemel zu welchen Schaft gehört, welcher hoch und welcher runter geht (beim Kontermarsch….). Außerdem ist es sehr eng und unbequem unten Webstuhl – nix für`s Alter später mal..;O)

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Also hatte ich mich entschieden zur besseren Übersicht mit schwarzen und weißen Perlen die Trittanbindungen an den Querschemeln zu machen. Ich hab lange nach passenden Perlen gesucht, die ein ausreichend großes Loch für die Texolv Schnur haben. Bei den Jumbo- Bügelperlen wurde ich endlich fündig!

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Ich war sehr stolz als die 8 Tritte endlich angebunden waren !!

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Für das Einziehen ins Blatt bin ich auch inzwischen dazu übergegangen das Blatt in den Webstuhl zu hängen. Es liegt dann waagerecht vor einem und man hat gute Übersicht. Anders, als wenn man das Blatt in der Hängelade lässt und es senkrecht steht.

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Später kann man es dann einfach in die Lade einsetzten. danach , wenn alles fertig ist baue ich erst  den Kniebaum (den ich zur besseren Erreichbarkeit der Schäfte beim Einzug raus gebaut hatte) wieder ein.

Dann noch anbinden. Auch hier mache ich das inzwischen mit einer Schnur, die durch die Fadenbündel zu ziehen ist und die dann um den Anbindestab  geht. Dadurch reguliert sich problemlos eine gleichmäßige Spannung der Kettfäden und auch Reparaturen (z.b falsch eingezogene Fäden ) lassen sich schnell  machen. Außerdem hat man wenig Trumm – also Abfall oder Materialverlust durch das Anknoten.

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und jetzt könnte es doch losgehen………..

Ich hatte mich schon die ganze Zeit gewundert, dass bei der Webpatrone  für 8-Schäfte immer zwei Tritte gleichzeitig zu bedienen waren. Nach Kontermarsch- Logik ist das eigentlich unmöglich. Denn ein Tritt senkt die angebundenen Schäfte und alle anderen Tritte und Schäfte heben sich – so ist das Prinzip, das ein schönes Fach entstehen lässt. Aber zwei Tritte gleichzeitig geht nicht!

Aber da ich bei neuen Webanleitungen, wie bei Kochrezepten vorgehe und mich erstmal an die Beschreibung halte. Hatte ich erstmal alles gemacht wie beschrieben …. und es ging natürlich… Nix!

Ich dachte mir schon, dass es nur um die zu hebenden Schäfte gehen muss – also ein Hochfach. Aber was tun, um ohne Pickup Technik trotzdem mit dem bestehenden Einzug weben zu können?? Wie bleiben die anderen Schäfte trotzdem unten, so wie man`s braucht??

Marian gab mir dann endlich den entscheidenden Tipp. Es werden nur die  zu hebenden Schäfte angebunden – also alle anderen Schnüre wieder raus!

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und danach werden die Querschemel, die dafür zuständig sind die anderen Schäfte  unten zu halten an einem  Besenstiel oder stabilen Stab mit einem Gummiband angebunden.

Ich war mir nicht ganz sicher , ob ich das jetzt so richtig gemacht hatte?

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Aber…… es geht- juhuu  !!

und so sieht der Anfang schonmal aus IMG_4461

Die Struktur des Schals ist sehr herausfordernd, wie diese schematische Abbildung zeigt    IMG_4454  .

Beim Weben muss sehr locker angeschlagen werden und später beim Filzen sollte eine Folie zwischen die Lagen des Doppelgewebes gelegt werden… also weiterhin sehr spannend.

Ich werde berichten….

Und sonst…

hat die Webschule wieder angefangen und kann nun endlich meinen Lama-Teppich weiter weben. Die Wolle aus 2013 ist in den Farben ganz anders als die Schur von 2011 – aber das macht gar nichts.

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Noch` n Nadelkissen

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Was schenkt man zum 75 Geburtstag der Schwiegermutter??

IMG_4285 IMG_4283 … ein kleines Nadelkissen.

Kann man doch immer brauchen, oder;O)

Ich hatte schon so lange überlegt , was man mit dem schönen Pebble Brettchen Weave  noch mal machen könnte. Erst auf den Jeansstoff appliziert und dann mit Schafwolle gestopft, sieht es richtig gut aus.

Mal sehen, ob sich die Jubilarin freut.

Abgeschnitten!

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Endlich konnte ich in der Webschule meine mittlerweile etwas ungeliebte Trellis Weberei abschneiden. Eigentlich sollte es ja nur zur Überbrückung sein, bis der Lamabauer aus Kärnten eeendlich die Lamawolle schickt , damit ich den Teppich auf meinem schönen Bauernwebstuhl endlich weitergeben kann.

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Es dauerte dann etwas länger , denn der Webstuhl war sperrig und sehr unhandlich und die einfädigen Leinenfäden ( nie wieder in der  Kette!!)  in der Mixkette auch. Naja  mit Schlichte häufigem Anknoten und mit ein paar Überstunden nach Semesterende ist es endlich geschafft und ich konnte abschneiden!! Juhu!

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Ganz allein habe ich dann, wie es in der Weberklasse Brauch ist, mein Webstück auf den langen Tisch gelegt und es im Ganzen in Augenschein genommen. Am Besten gefallen mir die Abschnitte mit den leichten Querstreifen und der roten Trellisborte.

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Aber jedes Tuch hat was und sieht von Vorn und Hinten gut aus!

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Dann wurden noch die passenden Aufhänger gewebt IMG_4092

und endlich  gewaschen,  und umgenäht.

IMG_4156Und damit kein Fitzelchen  Stoff ungenutzt bleibt habe ich mal versucht Knöpfe  mit den Resten zu beziehen. Das ging überraschend leicht! Ich hatte schon vor  längerer Zeit bei Nehelenia  von der französischen Firma Sajou Knopfrohlinge gekauft.

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Vielleicht lässt sich erkennen, dass der innere Knopfrand kleine Zähnchen hat. Da lässt sich einfach das Stückchen Stoff festklemmen (das hält sogar richtig gut) . Dann kommt das Knopfgegenstück drauf, wird mit der Zange festgedrückt . Und das war`s IMG_4113

 

So und jetzt sind die Trellis-Tücher endlich fertig und können verschenkt werden.

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Einer geht noch … Oder ..ja, ja so blau, blau ….

IMG_4042Die zweite Indigo – Färbesession mit der Küppe von letzter Woche sollte nur noch die Farbe etwas verstärken. Aber jedesmal, wenn ich aufhören wollte und dachte : So, das ist jetzt der letzte Tauchgang….. blitzte es noch immer so schön Grün unter der Oberfläche, dass ich dachte ein Tauchgang geht noch! So bekamen die Stränge ca. 5 Tauchgänge. Das dunkle Blau ist eine echte Belohnung .IMG_4028 Das Schöne am Indigofärben ist , dass man das Färbegut nicht vorbeizen muss. Es muss nur schön in Wasser eingeweicht sein( so 20 Minuten). Das lässt Raum für spontane Einfälle ;O)

IMG_4034 Ein Blick in den Kleiderschrank förderte Shirts ( in Gelb, Hellgrün und Orange) und eine Hanfjacke ( vormals Cyclam – Rosa) zu Tage, die ich schon lange nicht mehr gerne trage, weil mir die Farbe nicht mehr gefällt.

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Interessanterweise ergibt die Indigofärbung  auf vorgefärbter Kleidung keinen Mischton. So hatte ich eigentlich erwartet, einen Lilaton bei der Jacke zu erzielen  und zwei grüne Shirts zu bekommen. Anders scheint es sich bei Naturfarben zu verhalten, denn hier lassen sich ja herrliche Grünmischungen mit gelber Verfärbung erreichen.

Dennoch finde ich die Färbeergebnisse interessant und erfreulich. Teilweise sind die Shirts etwas marmoriert, weil ich mich kaum getraut hatte umzurühren , um keinen Sauerstoff in die Küppe zu bringen.IMG_4039 IMG_4040 IMG_4038 An den Nähten kann man die Ursprungsfarben noch sehen.

Auch die Nesselfasen sind toll gewordenIMG_4025 IMG_4024 IMG_4041

Ich war mutig und habe zum Schluss alles in der Waschmaschine ( im Wäschenetz) im Wollwaschgang gewaschen und im Anschluss im Trockner( auch im Wollprogramm)  getrocknet.  Das Ergebnis war prima und ohne nennenswerten Filz.

Die Küppe war ziemlich ergiebig, aber jetzt habe ich sie entsorgt.

Und passend zum Indigothema hier noch das weekly round up:

Bei der Rekonstruktion von Falkenbergs Studio Pulli  hat sich schon der erste Fehler eingeschlichen und ich musste  alles wieder aufribbeln.

Beim 2. Anfangsteil habe ich eine Maschenzunahme vergessen ( im Bild grün notiertimage)IMG_4033

aber jetzt stimmt`s !

Auf dem KLIK wird weiter Leinen Bouclé verwebt  – auch selbstgesponnnen und natürlich Indigoblau gefärbt

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Und in der Webschule ist eigentlich das Semester schon beendet, aber ich gehe noch alleine jeden Dienstag , damit die 7 m kette mit den Trellis-Handtüchern endlich mal rückt.

Letzte Woche habe ich ein ganzes Handtuch geschafft ( 70 cm!)

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Jaja , wenn man niemanden zum schwätzen hat geht`s auch mal voran  . Und wenn das neue Semester losgeht kann ich endlich wieder meinen Lama Teppich weiterweben!!

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Indigo-Studio- Knobelei- Färberei -Kurbelei- und Strickerei

….und was stricke ich jetzt…. ??

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nach vielem Hin und Her bin ich dann doch wieder bei einem Modell , dass ich schon ganz lange mal stricken wollte hängengeblieben.

„Studio“ von Hanne Falkenberg Studio02_gr

Ich mag die schlauen Strickideen von Hanne Falkenberg, aber ich mag nicht, dass man zur Anleitung immer die Falkenberg-Wolle dazu kaufen muss ( ich wäre für ein Falkenberg Buch sehr dankbar). Ganz ehrlich –  gefällt mir die Isager Wolle besser, und am liebsten möchte ich mit meiner eigenen Wolle was machen!

Aber knobeln macht ja auch Spass, und so versuche ich einfach mal das Modell nach zu rekonstruieren. Durch das Streifenmuster lassen sich ja Reihen abzählen und  so nach und nach komme ich schon dahinter. Den Grundriss habe ich schon :IMG_3928 Das Garn wird gerade produziert aus diversen Wollen die ich noch so im Vorrat habe. Für die Farbzusammenstellung Indigo/Haferflocke ( vorne ) und Grün/Haferflocke (hinten) kann ich endlich die Indigofärbungen vom vorletzten Jahr gebrauchen.IMG_1879 IMG_1881 IMG_1884 . Damals hatte ich auch Birkengelb mit Indigo überfärbt – daher die Grüntöne.

Mit meiner neuen Kardiermaschine Hero, die ich mir nach langem Überlegen nun doch zugelegt habe ( nachdem ich dank Claudias Hilfe  Wollkämme und Kardiermaschine erstmal testen durfte –  danke!!) , lassen sich die Wollen wieder schön spinnfertig aufarbeiten und auch das Mischen von Baumwolle mit Wolle (Farbe „Haferflocke“) gelingt eigentlich ganz schön.IMG_3930 IMG_3926 und schon beginnt wieder ein neues Projekt!! IMG_3923 Naja, dann stellt man sich natürlich die Frage , ob die blaue Wolle aus dem Vorjahr wohl reichen wird… Und das ist dann wieder ein guter Anlass für einen Färbetag: IMG_3938 Bei Ulrike Bodgan – Ignorant habe ich Indigo-kristalle bestellt.  Das Indigo Färben mit Ammoniak fand ich geruchsmäßig ziemlich unangenehm. Deshalb habe ich mein Ammoniak dem Chemie-LK – Lehrer  meines Sohnes übereignet. Mit den Kristallen klappt die Färberei prima ( es war auch eine tolle Anleitung dabei). Ich war mir nicht ganz sicher, wann die Küppe nicht mehr gut ist, aber sie war eigentlich ganz ergiebig und morgen gibt es die zweite Färberunde mit einer aufgefrischten KüppeIMG_3950 IMG_3961

 

Das Wetter lädt ja gerade zum Färben ein, wie  ein Blick rüber zu Claudia so zeigt ;O). Da müsste ich ja auch noch eine Reseda – Färbung machen. Denn die geschenkten Pflänzchen sind wirklich prächtig geworden.

Bild .. und der Sommer ist ja noch lang……….