Parlament fordert Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments fordern Maßnahmen zum Schutz der psychischen Gesundheit, denn die Zahl der psychischen Probleme nimmt zu.

Die psychische Gesundheit hat sich in der gesamten EU zu einem zentralen Thema der öffentlichen Gesundheit sowie zu einer bedeutenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderung entwickelt. Auch am Arbeitsplatz spielt sie eine wichtige Rolle, da ungünstige Arbeitsbedingungen – wie übermäßige Arbeitsbelastung, Unsicherheit im Job, Mobbing oder Diskriminierung – ein erhebliches Risiko für das psychische Wohlbefinden der Beschäftigten darstellen.

Das Parlament fordert eine integrierte EU-Strategie für psychische Gesundheit

Die Europäische Kommission hat einen Plan zur Förderung der psychischen Gesundheit bis Juni 2023 vorgelegt. Als Reaktion darauf forderten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments im Dezember 2023 die Kommission auf, eine langfristige, umfassende und integrierte EU-Strategie für die Förderung der psychische Gesundheit zu entwicklen.

In der Entschließung des Parlaments wird besonders betont, dass die Mitgliedstaaten den Zugang zu psychosozialen Diensten für gefährdete Gruppen verbessern und priorisieren müssen. Dazu gehören Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, LGBTQIA+-Personen, Menschen mit chronischen Krankheiten und Behinderungen, ältere Menschen, Migranten sowie ethnische Minderheiten.

Da psychische Gesundheit nach wie vor stigmatisiert wird, sei es unerlässlich, Informationskampagnen zu starten, das Bewusstsein in der Gesellschaft zu stärken und eine offene Debatte über psychische Erkrankungen zu fördern, so die Abgeordneten.

Zudem unterstrichen die Parlamentarier, dass alle EU-Bürgerinnen und -Bürger einen uneingeschränkten Zugang zu hochwertigen psychischen Gesundheitsdiensten haben sollten, ohne dabei auf finanzielle oder administrative Hürden zu stoßen.

Anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit im Oktober 2024 zog das Parlament im Plenum Bilanz über die bisherigen Fortschritte in diesem Bereich. Die Abgeordneten debattierten dabei über die dringende Notwendigkeit einer umfassenden EU-Strategie zur Förderung der psychischen Gesundheit.

Die Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit

Die COVID-19-Pandemie, die 2020 ausbrach, sowie die darauffolgende Wirtschaftskrise führten zu einem deutlichen Anstieg arbeitsbedingter psychosozialer Risiken. Diese Entwicklungen hatten tiefgreifende Folgen für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden vieler Menschen, was zu einer Zunahme von Stress, Angststörungen und Depressionen führte.

Trotz dieser erheblichen Belastungen wurde die psychische Gesundheit jedoch nicht mit der gleichen Priorität behandelt wie die körperliche Gesundheit. Dies stellte das Europäische Parlament in einer am 5. Juli 2022 verabschiedeten Entschließung zu der psychischen Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt kritisch fest.

Vorbeugung arbeitsbedingter psychischer Gesundheitsproblemen

In der Entschließung von 2022 fordern die EU-Organe und die Mitgliedstaaten dazu auf, das hohe Maß an arbeitsbedingten psychischen Problemen anzuerkennen und Maßnahmen zu ergreifen, um deren Entstehung vorzubeugen. Die Entschließung betont zudem die dringende Notwendigkeit, Gewalt, Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz zu bekämpfen.

Das Europäische Parlament empfiehlt flexible Arbeitszeitmodelle, um arbeitsbedingten Stress zu reduzieren, sowie verstärkte Aufklärung über psychische Gesundheit und Schulungen für Arbeitgeber.

Die Abgeordneten erkennen psychische Gesundheit als fundamentales Menschenrecht an und forderten bereits in einer im Juli 2020 verabschiedeten Entschließung zur Strategie der EU im Bereich der öffentlichen Gesundheit für die Zeit nach der COVID-19-Pandemie die Ausarbeitung eines EU-Aktionsplans zur psychischen Gesundheit.

Für das Jahr 2021 setzten sie sich zudem für das Recht ein, außerhalb der Arbeitszeit ohne negative Folgen nicht erreichbar zu sein.