Exportkreditversicherung

Was ist eine Exportkreditversicherung?

Exportkreditversicherungen helfen Exporteuren, Zahlungen und Handelsverträge mit ausländischen Käufern abzusichern und auf internationalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben, indem sie entweder den Exporteur oder das Finanzinstitut, das die Transaktion finanziert, schützen. Sie decken sowohl geschäftliche Risiken (wie Konkurs, Insolvenz oder Zahlungsverzug) als auch politische Risiken (wie Krieg, Sanktionen oder blockierte Devisentransfers) ab.

Exportkreditversicherungen sind in der EU nicht verpflichtend. Allerdings können Interessengruppen wie Banken oder Investoren den Abschluss einer solchen Versicherung verlangen, um ihr Risiko bei Investitionen in ein Exportunternehmen zu verringern. Das EU-Recht regelt, wie Exportkreditversicherungen angeboten werden.

Wie funktioniert die Exportkreditversicherung?

Verkauft ein Unternehmen Waren außerhalb der EU, zahlt der Käufer oft später auf Kredit. Um das Risiko von Zahlungsausfällen zu verringern, kann ein Unternehmen eine Exportkreditversicherung abschließen. Zahlt der Käufer pünktlich, geschieht nichts. Zahlt der Käufer jedoch aufgrund von Insolvenz, politischen Ereignissen oder anderen Problemen nicht, springt der Versicherer ein und erstattet den größten Teil des Verlusts, in der Regel etwa 80 % bis 95 % der Summe. Es gibt private und staatliche Exportkreditversicherungen.

Private Exportkreditversicherung in der EU

Private Exportkreditversicherungen werden von gewerblichen Versicherungsgesellschaften angeboten und kommen hauptsächlich bei kurzfristigen Handelsgeschäften zum Einsatz, in der Regel mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren. Sie schützen Exporteure vor gängigen Käuferrisiken wie:

  • Insolvenz
  • Konkurs
  • Zahlungsverzug

Sie werden häufig für den täglichen Export von Waren abgeschlossen. Diese marktfähigen Risiken werden in Bezug auf sichere, entwickelte Märkte definiert, in denen private Versicherer als deckungsfähig gelten. Private Versicherer sind auf dem EU-Markt innerhalb des allgemeinen Rahmens des EU-Versicherungsrechts frei tätig. Diese spezifischen Risiken können in der Regel nicht staatlich versichert werden, da sie anderen Vorschriften unterliegen.

Staatliche Exportkreditversicherung in der EU

Staatlich unterstützte Exportkreditversicherungen werden von staatlichen Exportkreditagenturen PDF en angeboten oder verbürgt. Diese Versicherung deckt mittel- und langfristige Exportgeschäfte mit einer Kreditlaufzeit von mindestens zwei Jahren ab. Mittel- und langfristige Geschäfte hängen oft mit größeren, komplexen Projekten wie Flugzeugbestellungen oder Infrastrukturvorhaben zusammen. Staatliche Exportkreditagenturen decken politische und geschäftliche Risiken ab, die der private Markt nicht abdecken würde, wie:

  • Krieg
  • Sanktionen
  • Devisentransferbeschränkungen

Der private Sektor meidet risikoreiche Märkte wie diese in der Regel. Staatliche Unterstützung unterliegt den EU-Beihilfevorschriften. Darüber hinaus gilt für mittel- und langfristige Exportgeschäfte das OECD-Übereinkommen, das ein gemeinsames Verständnis für die Verwendung von Exportkrediten schafft und gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen seinen 11 Unterzeichnern (einschließlich der EU) gewährleistet. Obwohl es sich um Leitlinien handelt, ist das Übereinkommen für EU-Länder verbindlich.

Warnhinweis

Denken Sie daran, zu überprüfen, ob es sich bei dem Anbieter um eine offizielle staatliche Exportkreditagentur oder einen zugelassenen EU-Versicherer handelt.
Private Anbieter müssen in einem EU-Land als Versicherer zugelassen und gemäß den EU-Solvabilitätsvorschriften tätig sein. Sie können dies über Ihre nationale Versicherungsaufsichtsbehörde (z. B. BaFin in Deutschland, ACPR in Frankreich) überprüfen.

Fallbeispiel

Annas Weg zum Export

Anna betreibt ein kleines Unternehmen in Deutschland, das industrielle LED-Beleuchtung herstellt und an mittelgroße Händler in ganz Europa und Nordafrika exportiert. Zunächst erstellt sie eine Übersicht darüber, mit welchen Käufern sie zusammenarbeitet und in welchen Ländern diese ansässig sind. Da es sich bei den meisten ihrer Verkäufe um langfristige Exportgeschäfte handelt, holt sie Angebote von privaten Versicherern ein und prüft, ob die deutsche Exportkreditagentur ihr bei der Expansion ihres Unternehmens in potenziell risikoreichere Märkte helfen könnte. Anna beantragt online die Versicherungspolice, die den Anforderungen ihrer bestehenden Exportverträge am besten entspricht. Jetzt kann sie mit mehr Sicherheit exportieren und in neue Märkte expandieren, die ohne öffentliche Unterstützung sonst für sie unzugänglich wären.

Erfahren Sie, wie Exportkreditversicherungen in Ihrem Land funktionieren:

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Zuletzt überprüft: 15/12/2025
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